Von Seiten des DStGB nahmen der Vorsitzenden des Europaausschusses, Thomas Schmidt (Bürgermeister von Teltow, a.D.) und auf Einladung des DStGB Dr. Peter Diedrich, Vorsitzender des deutschen Verbandes „Job und Wohnen“, teil. Als Vertreter der Europäischen Kommission fungierte Jens Schumacher (Generaldirektion Binnenmarkt). Tanja Struve vom Deutschen Landkreistag flankierte die Diskussion mit ihren Ausführungen zum Öffentlichen Auftragswesen, bezogen auf die Entwicklung des Wohnungsmarktes. Alle Diskutanten waren sich einig, dass eine Beschleunigung und Erhöhung des Wohnungsbaus in Europa und Deutschland dringend und trotz der finanziellen Krise nötig seien.
Die Diskussion hatte zum Ziel, die Initiative des Europaparlaments zur Verbesserung der Wohnsituation in Europa zu beeinflussen. Das EP hat hierzu einen ersten Bericht vorgelegt, der durch den DStGB bereits schriftlich kommentiert worden ist. Ein Aufschlag der Kommission („Housing Act“) wird gegen Ende des Jahres erwartet. Konkret ging es den Vertretern der Bauindustrie u.a. darum, durch Standardisierungen und Beschleunigungen der Verfahren einen Schub an Investitionen zu generieren. Die kommunalen Vertreter stimmten dem zu, legten aber verstärkt Wert darauf, dass der Wohnungsbau, der eine hohe gesellschaftliche Bedeutung hat, als gesamtstaatliche Aufgabe von allen gesellschaftlichen Gruppen und der staatlichen Ebene als primäre Aufgabe angesehen werden sollte. Hier brachte Dr. Diedrich die zu lange vernachlässigte Möglichkeit des genossenschaftlichen Wohnungsbaus in die Diskussion, was bei den Teilnehmern auf besonderes Interesse stieß.
Das Schlusswort hielt der Vorsitzende des DStGB-Europausschusses Schmidt, der in seinem Resümee die Bedeutung des „entschlossenen“ Austausches zwischen den Beteiligten - auch auf Europäischer Ebene - betonte. Dabei legte er besonderes Augenmerk auf die Unabhängigkeit der kommunalen Ebene bei der Planung und Genehmigung der Vorhaben bei einer gleichzeitig explizit geforderten Bereitschaft aller Beteiligten, die Investitionen zu erhöhen, neueste Techniken zu nutzen und das Ganze als gesellschaftliche sowie soziale Herausforderung zu betrachten.
Das Europabüro wird vor der Veröffentlichung des „Housings Acts“, zu dem es inzwischen eine interne Arbeitsgruppe der Kommission unter der Führung eines deutschen Kommissionsbeamten gibt, ein Papier aller an der Konferenz beteiligten Verbände zu formulieren und dies in den Europäischen Beratungsprozess einzubringen.
