Finanzen

IDZ/DStGB-Studie „Bezahlen in der Kommune“

Infas quo hat im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme (IDZ) und in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) eine Umfrage zum „Bezahlen in der Kommune“ durchgeführt. An der Umfrage haben sich Anfang des Jahres insgesamt 436 Kommunen beteiligt. Bereits im Jahr 2014 befragten IDZ (damals noch Initiative GeldKarte) und DStGB die Kommunen zum elektronischen Bezahlen in der Verwaltung. Die neuen Ergebnisse erlauben nun Rückschlüsse über die Veränderungen in der Bezahllandschaft der Kommunen.

Bei der aktuellen Umfrage gaben 87 Prozent der Kommunen an, dass bargeldlose Bezahlverfahren in der Verwaltung bereits zum Einsatz kommen (2014: 70 %). Die bargeldlosen Bezahlmöglichkeiten sind in den Bürgerämtern vielfältig und haben sich im Vergleich zum Jahr 2014 stark verbessert. Nahezu flächendeckend besteht nun die Möglichkeit zur Zahlung mit girocard (86 %; 2014: 68 %), in gut jeder zweiten Kommune, wo mit Karte gezahlt werden kann, ist bereits das kontaktlose Bezahlen mit girocard möglich (54 %). Weiter kann in den Bürgerämtern bargeldlos per Überweisung/Rechnung (2021: 69 %, 2014: 38 %), per Lastschrifteinzug (2021: 45 %, 2014: 30 %) oder auch via Kreditkarte (2021: 24 %, 2014: 11 %) gezahlt werden.

Insgesamt steht die weit überwiegende Mehrheit der Kommunen dem Thema bargeldloses Bezahlen offen gegenüber. Die befragten Kommunen versprechen sich vom bargeldlosen Bezahlen in der Kommune einen Imagegewinn durch den modernisierten Auftritt der Kommune. Auch können (Abrechnungs-)Fehler und Betrugsmöglichkeiten reduziert werden. Vernachlässigt werden darf auch nicht das erhebliche Einsparpotenzial, denn im Durchschnitt werden mehr als fünf Stunden pro Woche mit dem Bargeldhandling aufgewendet.

Der Einsatz von bargeldlosen Bezahlverfahren wird daher an vielen sehr unterschiedlichen Orten in den Kommunen als sinnhaft angesehen. In der Hälfte aller befragten Kommunen hat die Corona-Pandemie zu einer Zunahme von bargeldlosen Bezahlungen durch die Bürger geführt. 19 Prozent der befragten Kommunen gaben an, dass die Corona-Pandemie das Bestreben nach bargeldlosen Bezahlsystemen noch weiter verstärkt hat. Bäder, Stromtankstellen, Parkscheinautomaten aber auch Büchereien werden überproportional häufig als Einsatzort für bargeldlose Bezahlverfahren genannt. Eine deutliche Mehrheit spricht sich im Speziellen für eine Akzeptanz von girocard-Zahlungen an E-Ladesäulen, im ÖPNV und beim Parken aus. Für alle drei Bereiche gilt, dass hier häufig auch via Handy-App nebst beim Anbieter hinterlegter girocard, Kreditkarte, Paypal etc. bezahlt werden kann.

Mit Blick auf die Zukunft gaben die befragten Kommunen an, dass Bargeld und kontaktbehaftete Bezahlungen deutlich an Stellenwert verlieren werden.

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