Stadtentwicklung

Verödung der Innenstädte stoppen

Wir müssen die Innenstädte und Ortskerne als ‚Seelen der Kommunen′ nachhaltig umbauen“, sagten der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes Dr. Gerd Landsberg und der Vorsitzende des Senatsclubs Bonn Dirk Vögeli in Bonn.

Das geht nur mit langfristigen Konzepten, die Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft und Kommunalpolitik gemeinsam entwickeln und umsetzen. Der Handel, insbesondere das berühmte „inhabergeführte Einzelhandelsgeschäft mit guter Beratung und Kundenbindung“, wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Aber andere Faktoren wie Wohnen, Kultur, Grün, Blau (Wasser), Handwerk, „Erlebnisgastronomie“ und Klimaanpassung sowie sichere Aufenthaltsqualität für die Menschen in den Innenstädten gewinnen an Bedeutung.

Der größte Fehler wäre zu glauben, die alten, glorreichen Zeiten kommen von alleine zurück. Die nötigen Umgestaltungsprozesse werden Jahre dauern, aber wir müssen jetzt anfangen“, sagten Landsberg und Vögeli.

Ohne nachhaltige finanzielle Hilfen von Bund und Land werden die Städte diese Herausforderungen nicht meistern können. In einem ersten Schritt hat die Bunderegierung 250 Millionen Euro bereitgestellt. Das kann allerdings nur der Anfang sein. Deswegen gehört dieses Projekt als ein vorrangiger Punkt in die neue Koalitionsvereinbarung der zukünftigen Regierung.

In diesem Zusammenhang schlägt der Deutsche Städte- und Gemeindebund eine Paketversandsteuer vor. „Einfach und pauschaliert könnte damit sichergestellt werden, dass sich auch die großen Plattformen an der Finanzierung der Infrastruktur, die sie ja schon jetzt in Anspruch nehmen, beteiligen. Nach unseren Schätzungen könnte damit ein Betrag von 1 bis 1,5 Milliarden Euro pro Jahr erzielt werden, als Grundlage für den notwenigen Umbaufonds“, sagte Landsberg abschließend.

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