Bericht

Zwischenbilanz: Mit „Trittsicher in die Zukunft“ durch Sachsen-Anhalt

Zur Information über dieses Präventionsprogramm veranstaltete der Deutsche Städte- und Gemeindebund in Kooperation mit dem Städte- und Gemeindebund Sachsen-Anhalt fünf Regionalkonferenzen in den Städten Magdeburg, Merseburg, Quedlinburg, Stendal und Dessau-Roßlau.

Bereits jetzt zeichnet sich deutlich ab, wie groß das Interesse an nachhaltigen Angeboten für Seniorinnen und Senioren in ländlichen Räumen ist. Hauptgrund dafür ist die demografische Entwicklung. Die Lebenserwartung steigt bundesweit, was zu einem stetig zunehmenden Anteil älterer Menschen führt, während der Anteil der jüngeren Bevölkerung schrumpft.

Im Land Sachsen-Anhalt prognostiziert das Statistische Bundesamt destatis einen Anstieg der Personen über 75 Jahre von 14,4% (2019) auf 17,9 % für 2035. Zu beachten gilt hierbei, dass große regionale Unterschiede bestehen und die Zahlen in einigen Städten und Gemeinden noch deutlich höher liegen. Auch das Thema der Pflegebedürftigkeit spielt hier eine zentrale Rolle: die Zahl der Pflegebedürftigen verdoppelte sich beinahe innerhalb von 10 Jahren von 88.000 (2011) auf 166.000 (2021).

Diese sich fortsetzende Entwicklung stellt die gesamte Gesellschaft vor Herausforderungen hinsichtlich der Bereitstellung von Pflegeeinrichtungen, sozialer Unterstützung und nicht zuletzt Gesundheitsversorgung im Allgemeinen. Zur Sicherstellung dieser Zukunftsaufgaben, die allesamt Teil der Daseinsvorsorge sind, rücken auch die Kommunen in den Fokus. In den Städten und Gemeinden liegen die Potentiale für langfristige, nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen. Auch „Trittsicher in die Zukunft“ kann einen Beitrag dazu leisten: Mit „Trittsicher in die Zukunft“ soll eine neue Form der Gesundheitsförderung und -prävention verankert werden, die dazu beitragen kann, dass Menschen länger selbstbestimmt in ihrem vertrauten Umfeld leben können, die Pflegebedürftigkeit vor Ort verringert wird und somit die Gesundheitseinrichtungen nicht überlastet werden. Im Bereich der Gesundheitsförderung wird auf diese Weise der Spielraum der Kommunen erweitert. Sie können somit unmittelbar auf den Unterstützungsbedarf der älteren Menschen eingehen.

Im Rahmen der bereits durchgeführten Regionalkonferenzen zeichnete sich deutlich ab, wie groß das Interesse an passgenauen Angeboten für Seniorinnen und Senioren ist. Insgesamt informierten sich auf den Konferenzen über 150 interessierte Kommunen und Multiplikatoren aus erster Hand über das Programm.

Der Auftakt in Magdeburg am 5. Juni im Ratssaal wurde von Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne mit einem Impulsvortrag zum Thema „Anpassungsbedarf für eine Gesellschaft im Wandel“ unterstützt. Den Herausforderungen des demografischen Wandels könne nur mit einem partnerschaftlichen Zusammenspiel aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft begegnet werden, betonte die Ministerin. „In Sachsen-Anhalt wird einer gesunden körperlichen Aktivität im Rahmen von Gesundheitsförderung und Prävention eine besondere Bedeutung beigemessen. Bewegung ist bis ins hohe Alter unverzichtbar für die Gesundheitsförderung, beugt vielen Krankheiten vor und unterstützt psychisches und körperliches Wohlbefinden.“, so Ministerin Grimm-Benne. An dieser Schnittstelle zwischen Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft können Kommunen eine Schlüsselrolle einnehmen. Daher ist die Bereitschaft zur Mitgestaltung seitens kommunaler Vertreterinnen und Vertreter umso erfreulicher.

In einem aktuellen Positionspapier zur „Weiterentwicklung des Handlungsfeldes Prävention und Gesundheitsförderung“ attestiert die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) den Kommunen ebenfalls eine zentrale Funktion. Der Weiterentwicklung kommunaler Gesundheitsförderung wird hierin ein eigenes Handlungsfeld gewidmet. Insbesondere das unmittelbare Zusammentreffen von Lebenswelten und gesundheitsrelevanten Sektoren macht das Setting ‚Kommune‘ förderungs- und ausbauwürdig. Der Ansatz von „Trittsicher in die Zukunft“ kommt dieser Forderung nach, indem die Kommunen in den Fokus genommen werden. Über hauptamtliche Mitarbeitende der Verwaltungen soll der Zugang zu bestehenden kommunalen Netzwerken erlangt und diese aktiviert werden. Gleichzeitig kann die Etablierung interkommunaler Netzwerke im Rahmen der Veranstaltung vorangetrieben werden. In den Senior:innen- und Gleichstellungsbüros der Kommunalverwaltungen liegen hierfür die formalen Grundlagen, weshalb auf diesen Verantwortungsbereich beim Einladungskreis für die Konferenzen ein besonderes Augenmerk gelegt wird. „Trittsicher in die Zukunft“ hat somit das Potenzial, einen Beitrag zur kommunalen präventiven Gesundheitsförderung zu leisten. Für Unterstützung bei der Verankerung fester örtlicher Strukturen ist dabei seitens des Studienzentrums bei der SVLFG (Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau) und aller weiterer Partner stets gesorgt.

Letztlich kann den Folgen des demografischen Wandels nur mit gemeinschaftlichem Engagement und intensiver Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Gemeinden, zivilgesellschaftlichen Organisationen und den Bürgerinnen und Bürgern insgesamt begegnet werden. In einer alternden Gesellschaft ist die Etablierung präventiver Gesundheitsangebote unabdingbar. Insbesondere soll damit die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erhalten bleiben.

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