Unter Mitwirkung des DStGB wurde am Montag das „Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft 2025“ veröffentlicht und offiziell an den Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz übergeben. Es dokumentiert den aktuellen Stand und die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Deutschland und benennt zugleich zentrale Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen für die Branche. Somit dient es als wichtiges Fachinstrument, um die Wasserwirtschaft als Schlüsselbereich der kommunalen Daseinsvorsorge sichtbar zu machen, Herausforderungen sachlich zu benennen und politische Entscheidungsträger für notwendige Rahmenbedingungen – etwa für Investitionen oder gesetzliche Anpassungen – zu sensibilisieren. Durch die Mitwirkung des DStGB wird sichergestellt, dass die kommunale Praxis und die Belange der Städte und Gemeinden im Bericht berücksichtigt und einer breiteren Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Das Branchenbild erscheint als gemeinsames Produkt der relevanten Wasserwirtschaftlichen Verbände in Deutschland (ATT (Arbeitsgemeinschaft Trinkwassertalsperren e. V.), BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.), DBVW (Deutscher Bund verbandlicher Wasserwirtschaft e. V.), DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V.), DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.), und VKU (Verband kommunaler Unternehmen e. V.)) in Abstimmung mit dem DStGB und dem DST.
Der aktuelle Bericht bestätigt erneut die sehr hohe Leistungsfähigkeit der öffentlichen Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung in Deutschland. Die Wasserversorgung ist flächendeckend gesichert, die Trinkwasserqualität entspricht durchgehend hohen gesetzlichen und technischen Standards und steht der Bevölkerung jederzeit zuverlässig zur Verfügung. Auch die Abwasserentsorgung ist bundesweit auf einem hohen technischen Niveau organisiert. Der Pro-Kopf-Trinkwasserverbrauch liegt seit Jahren auf vergleichsweise moderatem Niveau, was auf einen bewussteren Umgang mit Wasser und Effizienzgewinne hinweist. Zudem verfügt Deutschland im internationalen Vergleich über eine besonders sichere, qualitativ hochwertige und effiziente Wasserwirtschaft. Diese Leistungsfähigkeit ist das Ergebnis langfristiger kommunaler Verantwortung, technischer Standards sowie kontinuierlicher Investitionen.
Das Branchenbild benennt mehrere zentrale Herausforderungen, denen sich die Branche in den kommenden Jahren stellen muss:
- Erhalt und Modernisierung der Infrastruktur:
Ein Großteil der Wasser- und Abwasserinfrastruktur in Deutschland ist bereits mehrere Jahrzehnte alt. Leitungsnetze, Wasserwerke, Pumpstationen und Kläranlagen müssen kontinuierlich instandgehalten, modernisiert oder erneuert werden. Der damit verbundene hohe Investitionsbedarf stellt für Kommunen und Versorgungsunternehmen eine zentrale Herausforderung dar. - Anpassung an den Klimawandel:
Extremwetterereignisse wie Starkregen, Überschwemmungen, aber auch längere Trockenperioden nehmen zu. Die Wasserwirtschaft muss ihre Infrastruktur und Betriebsprozesse resilient und flexibel gestalten, um Versorgungssicherheit und Abwasserentsorgung auch unter veränderten klimatischen Bedingungen zu gewährleisten. - Schutz der Trinkwasserressourcen und Sicherung der Wasserqualität:
Die Sicherstellung einer kontinuierlich hohen Trinkwasserqualität bleibt oberstes Ziel. Dabei gilt es, die Wasserressourcen vor Belastungen durch Pflanzenschutzmittel, Arzneimittelrückstände und andere Spurenstoffe zu schützen und die Folgen anthropogener Eingriffe zu minimieren. - Umsetzung gesetzlicher Vorgaben:
Nationale und europäische Vorschriften, wie die Kommunalabwasserrichtlinie, müssen zuverlässig umgesetzt werden. Dies erfordert Anpassungen bei Planung, Betrieb und Reporting, insbesondere in kommunal getragenen Unternehmen. - Bewältigung von Nutzungskonflikten:
Die Nachfrage nach Wasser steigt in Industrie, Landwirtschaft, Energieerzeugung und privaten Haushalten. Die begrenzten Ressourcen erfordern eine koordinierte Nutzung, um Konflikte zu vermeiden und die Versorgung langfristig sicherzustellen. - Demografische Entwicklungen und strukturelle Veränderungen:
Sinkende Bevölkerungszahlen in ländlichen Regionen, gleichzeitig steigende Anforderungen in urbanen Zentren, beeinflussen Planung, Netzdichte und Investitionsentscheidungen. Die Wasserwirtschaft muss flexibel auf regional unterschiedliche Bedürfnisse reagieren.
Insgesamt zeigen die Daten und Kennzahlen des Branchenbildes 2025, dass die deutsche Wasserwirtschaft auf einem sehr hohen Niveau arbeitet, ihre Leistungsfähigkeit jedoch nur dann dauerhaft gesichert werden kann, wenn Investitionen, rechtliche Rahmenbedingungen und Klimaanpassung auch künftig verlässlich unterstützt werden.
