Facebook-Gruppe zum neuen Personalausweis arbeitet erfolgreich

Facebook macht es heute möglich, blitzschnell Gruppen einzurichten um dort bestimmte Themen zu diskutieren. So wurde vor gut einem Jahr die geschlossene Facebook-Gruppe „Think Tank nPerso und Digitale Identität“ gegründet. Sie ist mit 55 Mitgliedern sicherlich eher eine der kleineren Denkfabriken. Der immaterielle Output an Vernetzung, gegenseitiger Information, der Deutung und Filterung von Informationen, der Austausch von Meinungen und die Entstehung von teilweise belebten Diskussionen lässt sich zwar nicht messen, besitzt aber dennoch einen immensen direkten Mehrwert für die beteiligten Akteure.

In speziell dieser Facebook-Gruppe liegt das Augenmerk auf allen zentralen und peripheren Fragestellungen rund um das Thema des neuen digitalen Personalausweises und seine Funktionen, insbesondere der digitalen Identität im Internet. Seit der Gründung der Gruppe im Mai 2011 wurden zahlreiche Posts und noch mehr Kommentare eingestellt. Die Mitglieder kannten sich teilweise schon vor der Gründung der Gruppe bzw. lernten sich über diese kennen und erweiterten so ihr persönliches Netzwerk. Es wird über Tagungen informiert, Live-Streams werden eingestellt, Best Practice Beispiele werden vorgestellt, es werden Gesetzesentwürfe des Bundes oder der EU gepostet und anschließend diskutiert etc. Da diese Gruppe geschlossen ist, können die Administratoren selbst entscheiden, wen sie einladen und in den Kreis der Diskutanten mit aufnehmen wollen.

Beispielsweise wurde engagiert über die Nutzung nationaler elektronischer Personalausweise im europäischen Ausland diskutiert. Es wurde auf einen Bericht verwiesen, wonach neben Deutschland auch 14 weitere EU-Länder einen elektronischen Personalausweis einführten, diese jedoch nicht problemlos außerhalb des Herkunftslandes genutzt werden können. Eine Antwort auf den Post war beispielsweise: „Dies fordere ich schon seit langer Zeit. Es ist einfach ein Unding, dass mit nationalen digitalen Personalausweisen in der grenzüberschreitenden innereuropäischen Kommunikation neue Barrieren aufgebaut wurden und werden.“ Die Diskussion entwickelte sich zu einen fachlich sehr anspruchsvollen und ohne entsprechendes Expertenwissen nicht ohne Weiteres zu verfolgenden Austausch.

Ein anderes Mitglied meinte: „Ich bin davon überzeugt, mit der Einführung der neuen Handy-Generation, die durch Nutzung der NFC-Technik die eID des nPA ohne Zusatzgeräte auslesen kann (siehe Projekt MONA der Uni Darmstadt), wird der nPA einen neuen Schwung bekommen.“ Die Antwort folgte auf dem Fuße mit: „Auch eine solche Entwicklung braucht seine Zeit.“ Oder „Es wird noch ein wenig dauern, bis Mobiltelefone mit kompatiblen Lesern verfügbar sind, aber ich denke das wird die Zukunft sein.“

Der hohe Grad an fachlicher Qualität der großen Masse der Posts und Kommentare verdeutlicht, dass der Output in keiner Weise von den informellen Rahmenbedingungen auf Facebook beeinträchtigt wird. Ganz im Gegenteil. Die Barrieren für Denken ohne Scheuklappen und Widerspruch – was die Triebfedern von Innovation darstellt - sind in einem solchen Facebook Think Tank unschlagbar niedrig. Das Experiment dieser Gruppe ist geglückt. Es ist nun an der Zeit, dass auch andere Koryphäen ihres Metiers via Facebook oder anderen Web 2.0 Erscheinungen zusammenschließen um gemeinsam, an jedem Ort und zu jeder Zeit miteinander in Kontakt und Diskussion treten um die Fragen unserer Zeit zu beantworten.