Reges Interesse am Bürgerservice-Portal

Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann, Ingolstadt

In Ingolstadt wird Bürgerservice groß geschrieben. Über das Bürgerservice-Portal der Stadt im Internet können Bürgerinnen und Bürger schnell und unkompliziert Dienstleistungen der Verwaltung in Anspruch nehmen. Für dieses innovative Angebot werden in Ingolstadt die Funktionen des neuen Personalausweises genutzt.

Mittels der sogenannten eID-Funktion auf dieser kleinen Chipkarte können die für Bearbeitung von Anträgen notwendigen Daten mit einem Mausklick an die Stadt übermittelt werden. Über die Vorteile für Bürgerinnen und Bürger und die weiteren Pläne der oberbayerischen Stadt sprach der DStGB-Online mit Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann.

DStGB-Online: Seit Juni 2011 können die Ingolstädter im Bürgerservice-Portal Dienste online mit dem neuen Personalausweis nutzen. Wie ist das neue Angebot von den Bürgerinnen und Bürgern bisher angenommen worden?

Dr. Alfred Lehmann: Sehr gut. Bereits ein Viertel der angebotenen Dienstleistungen im Einwohnerwesen werden auf diese Weise abgewickelt, Tendenz steigend. Immer mehr Bürger entdecken die Funktionen des neuen Personalausweises und lassen bei der Antragstellung die für Online-Dienste notwendige eID-Option freischalten. Mit einer Quote von über 65 Prozent liegen wir hier deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Das Bürgerservice-Portal stößt bei den Bürgern auf sehr reges Interesse. Wir bekommen zahlreiche positive Rückmeldungen.

DStGB-Online: Welche Dienste nutzen die Bürgerinnen und Bürger am häufigsten mit dem neuen Personalausweis? Was macht die Onlineverfügbarkeit dieser Dienste für die Nutzer attraktiv? Welche Dienste kommen demnächst hinzu?

Ingolstadt

Lehmann: Besonders gut laufen die online angebotenen Verwaltungsvorgänge der Anträge auf Aufenthaltsbescheinigungen oder die Anforderung einer Meldebestätigung mit je einem Drittel aller eingehenden Online-Anträge. Das motiviert uns, das Angebot mit unserem IT-Dienstleister, der AKDB, kontinuierlich auszubauen. Wir wollen im Rahmen des erfolgreich gestarteten Pilotprojekts die Zahl der angebotenen Verwaltungsvorgänge sukzessive erhöhen. Dadurch können wir in Zukunft noch mehr Service für die Bürger und eine spürbare Arbeitserleichterung für die Verwaltung sinnvoll miteinander verbinden. Geplant sind unter anderem Dienste in den Bereichen Führerschein, Kfz-Zulassung, Baugenehmigung, Schadensmeldung, Ticketvorverkauf und vieles mehr.

DStGB-Online: Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen, um die Bürgerinnen und Bürger auf die neuen Möglichkeiten aufmerksam zu machen?

Lehmann: Das neue Bürgerservice-Portal wurde von den Medien freundlich begrüßt. Je mehr Angebote es bundesweit auch bei anderen Kommunen gibt und je mehr darüber berichtet wird – mit der Stadt Würzburg ist nun die zweite bayerische Großstadt beim Pilotprojekt dabei – desto mehr Anreize gibt es, sich mit der neuen Technologie zu beschäftigen. Sicher sind in diesem Zusammenhang noch einige Aufgaben zu erledigen, aber man bedenke, dass auch das Online-Banking einige Jahre gebraucht hat, um sich großflächig durchzusetzen.

DStGB-Online: Ingolstadt ist ein Vorreiter bei der Verwendung des neuen Personalausweises. Was hat Sie bewogen, Ihr „nPA-Projekt“ frühzeitig zu starten?

Lehmann: Wir haben seit langem mit der AKDB gute Geschäftsbeziehungen. Die Projektverantwortlichen kamen auf uns zu und haben uns die Vorteile des Bürgerservice-Portals demonstriert. Es ist wichtig, dass die Verwaltung auch gegenüber der Wirtschaft eine Vorreiterrolle einnimmt, um die spürbaren Vorteile des neuen Personalausweises transparent zu machen. Hier besteht ja  allenthalben noch Nachholbedarf …

DStGB-Online: Wie aufwändig war die Integration des neuen Ausweises in Ihr bestehendes Bürgerportal?

Lehmann: Das Bürgerservice-Portal ist eine Plattform für Bürgerportale. Diese Plattform bietet standardisiert die Prozesse im Zusammenhang mit dem neuen Personalausweis an. Dadurch können Dienste für den Bürger einfach und effizient mit dem neuen Personalausweis verbunden werden. Die AKDB hat in Bayern eine Infrastruktur aufgebaut, die den Kommunen und dem Freistaat Bayern die Nutzung des neuen Personalausweises für ihre Bürgerdienste einfach und kostengünstig ermöglicht. Diese bundesweit einmalige Lösung wird auch als „Bayerisches Modell“ bezeichnet.