Mönchengladbach erhält Titel „Vorlesehauptstadt 2013“

„Am 10. Bundesweiten Vorlesetag haben rund 100.000 Menschen vorgelesen, das sind so viele wie an allen neun vorherigen Vorlesetagen zusammen“, betont Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. „Dies ist ein toller Erfolg, der das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung des Vorlesens für die Entwicklung von Kindern widerspiegelt. Eine Stadt wie Mönchengladbach hat mit ihrem beeindruckenden Engagement Vorbildfunktion: An die großartige Zahl aus dem letzten Jahr müssen wir anknüpfen und dafür sorgen, dass Vorlesen ein fester Bestandteil im Alltag wird – und zwar an 365 Tagen im Jahr.“

Mönchengladbach hat am 11. November 2013 ein fünftägiges Lesefestival „Mönchengladbach liest – Bücher haben Gewicht“ durchgeführt. Mehr als 220 Veranstaltungen rund um Bücher und Lesen wurden in dieser Stadt auf die Beine gestellt. Dagmar Jansen und Ingeborg Mühlenbroich haben ehrenamtlich mehr als 220 Veranstaltungen rund um Bücher und Lesen auf die Beine gestellt: Für Jung und Alt, vom Märchen bis zum Krimi, von der Kissenschlacht bis zu Harry Potter und lesen im Dunkeln reichte das Spektrum der Veranstaltungen in Kitas, Schulen, Buchhandlungen und Bibliotheken, in der Kirche, an einer Currywurstbude, im Radiostudio, im Kino, auf dem Flugplatz, im Tiergarten, im Wasserwerk, auf dem Bauernhof, in der Arztpraxis und an weiteren Orten.

„Das ist ein überzeugender Ansatz, der zu Recht mit dem Titel Vorlesehauptstadt ausgezeichnet wird. Insbesondere dem Engagement des Oberbürgermeisters Norbert Bude, der gemeinsam mit prominenten Persönlichkeiten Mönchengladbachs die Aktion unterstützt hat, gilt unser Dank und die Anerkennung“, sagten Maas und Landsberg.

Der DStGB-Hauptgeschäftsführer betonte nochmals die besondere Bedeutung des Lesens als Schlüsselfunktion für die Bildung: „Wer liest versteht, wer versteht nimmt Anteil, wer Anteil nimmt gestaltet das Gemeinwesen, so Landsberg. Ohne Lesen gibt es keine Integration, keine Toleranz, kein politisches Verständnis, keine Kultur und am Ende keinen Fortschritt und damit keine Zukunft.“

Landsberg verwies auch darauf, dass in Bezug auf die rasante Entwicklung hin zur Informationsgesellschaft, der Stellenwert des Lesens immer weiter steige. Soziale Kontakte, aber auch Einkaufsvorgänge und Verwaltungsprozesse verlagern sich zunehmend ins Netz. Ohne Lesekompetenz bleibt diese Welt verschlossen und der Betroffene wird zum Außenseiter. Das diskriminiert und erschwert selbst einfache Vorgänge im Alltagsleben. Deshalb wird der Deutsche Städte- und Gemeindebund die Aktion „Bürgermeisterinnen und Bürgermeister lesen vor“ auch im Jahre 2014 fortführen und nicht nur am bundesweiten Vorlesetag am 21. November 2014 massiv für das Lesen und die Lesekompetenz werben. Für die Bürgergesellschaft vor Ort sind Kommunikation und gegenseitiges Verstehen ohne ausreichende Lesefähigkeiten nicht vorstellbar. Wir müssen sicherstellen, dass alle Menschen in Deutschland ausreichend lesen können und in der Lage sind, Texte zu verstehen. Diesem Ziel der Stiftung Lesen fühlen wir uns verpflichtet und werden weiter daran arbeiten“, sagte Landsberg abschließend.

Hintergrund:

Vorlesetag
Unter dem Motto „Vorlesen braucht Vorbilder“ hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund kommunalpolitisch verantwortliche Entscheidungsträger aufgerufen, sich am 15. November 2013 zur Aktion „Bürgermeister/-innen lesen vor“ zu beteiligen. Über 600 Kommunalpolitiker hatten sich an der Aktion beteiligt.

Der von der Stiftung Lesen gemeinsam mit der ZEIT und der Deutschen Bahn initiierte Vorlesetag fand 2013 zum zehnten Mal statt. Mehr als 100.000 Personen haben sich im Rahmen des bundesweiten Aktionstages engagiert. Ziel des bundesweiten Vorlesetags ist es, Freude an Literatur zu wecken, Lesekompetenz zu fördern und Bildungschancen zu eröffnen. Die Zahlen zur Lesekompetenz in Deutschland sind alarmierend: 7,5 Millionen Menschen, mehr als 14 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung, sind funktionale Analphabeten. Sie können nicht ausreichend lesen und sind nicht in der Lage, Texte zu verstehen.

Vorlesehauptstadt 2013
2013 wurden im Rahmen der Initiative „Bürgermeisterinnen und Bürgermeister lesen vor“ erstmals drei Kommunen mit dem Titel „Vorlesehauptstadt 2013“ ausgezeichnet. Glücksburg, Buxtehude und Mönchengladbach dürfen nunmehr den Titel „Vorlesehauptstadt 2013“ tragen. Mit dieser Auszeichnung soll das besondere Engagement der Städte und ihrer Bürgerinnen und Bürger gewürdigt werden.

Kontakt:

Deutscher Städte- und Gemeindebund, Agneta Psczolla, Pressesprecherin,
Tel.: 0228/9596-210; Mobil: 0170/7957244
E-Mail: agneta.psczolla@dstgb.de