Wirkung zweifelhalft

Mit der blauen Plakette sollen Städte und Gemeinden für Areale mit besonders schlechter Luft anordnen können, dass nur noch Autos einfahren dürfen, die wenig Stickoxid ausstoßen. Die Verordnung dazu soll noch in diesem Jahr wirksam werden. "So sehr eine Stickstoffdioxid-Senkung zur Verminderung von Schadstoffen sowie zum Schutz der Gesundheit nötig ist, so zweifelhaft ist es, ob Fahrverbote für bestimmte PKW tatsächlich die gewünschte umweltentlastende Wirkung in den Städten entfalten," erklärte der Hauptgeschäftsführer des DStGB, Dr. Gerd Landsberg. Schon die Einrichtung der Umweltzonen hat in der Vergangenheit gezeigt, dass ordnungsrechtliche Maßnahmen an ihre Grenzen stoßen. Emissionen machen nicht an den Grenzen einzelner Städte halt. Hinzu kommt, dass ein erheblicher zusätzlicher Kontrollaufwand entstünde. Zur Verbesserung der Gesundheits-und Luftqualität in den Städten und Gemeinden sollte besser direkt an der Quelle, d.h. an emissionsarmen Motoren, angesetzt werden. Dies ist wirkungsvoller als Verkehrsverbote bzw. Umweltzonen.  Insbesondere die Europäische Union ist daher gefordert, schnellstmöglich verschärfte Abgasstandards nicht nur für die Neuwagen, sondern auch für den PKW/LKW-Bestand einzuführen und deren Kontrolle durch Abgasuntersuchungen sicherzustellen. Hinzu müssen weitergehende Maßnahmen zur Förderung emissionsfreier/-armer Fahrzeuge treten sowie eine Stärkung des Umweltverbundes durch eine konsequente Förderung des ÖPNV sowie des Fußgänger- und Radverkehrs.

(Ein Statement von Dr. Gerd Landsberg, 11.04.2016)

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