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2021-01-29

Langfristige Vision für ländliche Räume in Europa

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Die Europäische Kommission hat im 2. Halbjahr 2020 eine Debatte über die Zukunft ländlicher Gebiete und ihre Rolle in unserer Gesellschaft angestoßen. Ziel ist es, eine Zukunftsvision für den Zeitraum bis 2040 zu erarbeiten. Die Kommission plant, diese Vision im zweiten Quartal 2021 in Form einer Mitteilung  -„Long-term vision for rural areas“ - zu veröffentlichen. Der Sachverständigenrat Ländliche Entwicklung (SRLE) beim Bundeministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat sich durch eine Stellungnahme in der Debatte positioniert und macht zahlreiche Vorschläge zur mittel- und langfristigen Verbesserung der Lebensbedingungen für die Menschen in den ländlichen Räumen. Der DStGB ist in dem Sachverständigenrat vertreten.

Die Politik der Europäischen Union wirkt sich an verschiedenen Stellen unmittelbar auf die ländlichen Räume und ihre Entwicklung aus. Neben der Regional- und Strukturpolitik (Kohäsionspolitik) sowie der Agrarpolitik gilt das insbesondere auch für Vorgaben der Umwelt- und Verkehrspolitik. Europäische Vorgaben beeinflussen mittel- und unmittelbar die private und berufliche Situation einer Vielzahl von Bürgern sowohl in ländlichen Räumen als auch in Großstädten.

In seiner Stellungnahme formuliert der SRLE folgende langfristige Vision für ländliche Räume bis 2040:

„Die vielfältigen Funktionen, die ländliche Räume für die Gesellschaft als Lebens-, Wirtschafts-, Erholungs- und Umwelträume erbringen, werden von der Gesellschaft wertgeschätzt. Dies spiegelt sich auch im Handeln der Organe der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten wider. Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich aktiv an der zukunftsfähigen Gestaltung ihrer Lebensverhältnisse und nutzen die vielfältigen, demokratischen Partizipationsmöglichkeiten. Unterschiede in wirtschaftlicher, sozialer, demografischer und ökologischer Sicht zwischen den Regionen in der EU wurden reduziert und haben nun ein Ausmaß, dass als eine Bereicherung der EU anzusehen ist. Politische, wirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger haben auch vor dem Hintergrund der Herausforderungen für ländliche Räume klug und angemessen agiert, so dass sich ländliche Räume in einer Weise entwickelt haben, die den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt in der EU befördert hat.“

Diese Vision wird mit konkreten politischen Forderungen gegenüber den Organen der EU sowie der Bundespolitik unterlegt. Neben Grundsatzempfehlungen zur Berücksichtigung der Belange ländlicher Räume in der EU-Gesetzgebung und der Einführung einer territorialen Folgenabschätzung betreffen die Forderungen im Einzelnen die Bereiche:

  • Struktur- und Regionalpolitik (Regionalpolitik)
  • Umwelt
  • Landwirtschaft
  • Mobilität
  • Digitalisierung
  • Bankenregulierung

Die vollständige Stellungnahme des SRLE kann HIER, im Internet-Angebot des BMEL abgerufen werden.

Foto: © eyetronic - Fotolia.com

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