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Lockdown

2021-01-18
Lockdown verlängern - Schutzkonzepte verbessern- Tests auf Mutationen erhöhen
Foto: © Halfpoint - stock.adobe.com
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hält eine Verlängerung des Lockdowns über den 31. Januar hinaus für notwendig. Die Infektionszahlen gehen zwar langsam zurück, sind aber nach wie vor viel zu hoch.

In vielen Gesundheitsamtsbezirken liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche leider immer noch über 200. Zusätzlich müssen wir befürchten, dass die Infektionszahlen durch die Virus-Mutation zusätzlich steigen werden. Vor diesem Hintergrund ist die Verlängerung des Lockdowns leider unverzichtbar. Ein sogenannter „Mega-Lockdown“, den einige fordern, ist allerdings keine Lösung und könnte die unverzichtbare Akzeptanz der Menschen für die zahlreichen Maßnahmen gefährden. Erfolgreich sind kluge und flexible Lösungen, die wissenschaftlich begründet sind und transparent vermittelt werden müssen. Auch in der Krise liegt der Erfolg in der Überzeugung der Bevölkerung. Da der Lockdown nun schon Wochen anhält, sollte man sich nicht für eine generelle Schließung von Schulen und Kitas entscheiden, sondern zumindest eine Notbetreuung sicherstellen.

Wichtig ist es, jetzt die Schutzkonzepte zu verbessern. Nach wie vor gibt es viel zu viele Corona Infektionen mit häufig tödlichem Ausgang in Alten- und Pflegeheimen. Hier sollte geregelt werden, dass Besucher nur mit einem negativen Schnelltest ein Zutrittsrecht bekommen. Dafür brauchen in diesen Einrichtungen zusätzliche Freiwillige, die vor Ort die Testverfahren für Besucher, aber auch für die Bewohnerinnen und Bewohner und das Pflegepersonal durchführen. Wir haben in Deutschland etwa 15.000 derartige Einrichtungen. Auch wenn in einigen Regionen eigene Testzentren für die Altenheime eingerichtet wurden, ist der Personalbedarf hoch. Deswegen muss es jetzt darum gehen, schnell zusätzliche Freiwillige zu gewinnen, wie das bei den Impfzentren ja ebenfalls gelungen ist. Hier kommen Kräfte des Roten Kreuzes und anderer Einrichtungen in Betracht. Aber auch andere Personen, die keine ausdrückliche medizinische Ausbildung haben, aber in einem Schulungsprogramm die wenigen Handgriffe lernen könnten. Wenn man diese freiwillige Tätigkeit mit einem finanziellen Anreiz für die Freiwilligen verbindet, sind wir sicher, dass viele Menschen sich für diese Aufgabe bereit erklären.

Sinnvoll ist es sicher auch, für Besucherinnen und Besucher grundsätzlich eine FFP2-Maske vorzuschreiben. Generell sollten die Menschen angehalten werden, auch im ÖPNV oder beim Einkaufen diese Masken mit höherem Schutzstandard zu tragen. Personen mit niedrigem Einkommen sollten diese Masken unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen.

Da wir bisher wenig zuverlässige Erkenntnisse haben, wo und in welchem Umfang die Mutation des Virus in Deutschland schon verbreitet ist, sollten die Labore angehalten werden, in deutlich größerem Umfang die positiven Testergebnisse auch auf Mutationen zu prüfen.

Zusätzlich sollte alles unternommen werden, um die Impfungen zu beschleunigen. Hier sollte ein Schwerpunkt darauf gelegt werden, dass möglichst bald auch die Hausärzte ihre Patienten impfen können. Damit könnten die Zahlen deutlich gesteigert werden. Wir halten eine gemeinsame Kampagne von Bund, Ländern und Kommunen in der Öffentlichkeit für notwendig, um die Impfbereitschaft in der Bevölkerung zu erhöhen. Das gilt insbesondere für das Pflegepersonal in Altenheimen und Krankenhäusern.

Foto: © Halfpoint - stock.adobe.com

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