Erklärung

Im Schulterschluss: Energiesparen für mehr Unabhängigkeit und Klimaschutz 

Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist die hohe Energieabhängigkeit von Russland in den Fokus gerückt. Ersatz für notwendige Rohstoffe zu beschaffen, die unser Land politisch und energiepolitisch Schritt für Schritt unabhängiger von russischen Energieträgern machen, war in den vergangenen Monaten vordringliche Aufgabe und hat weiterhin hohe Priorität. Klar ist: Es braucht den Abschied von fossilen Energien, um unabhängiger zu werden und die Klimaziele zu erreichen. Deshalb arbeiten wir in Deutschland gemeinsam daran, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Wir wollen zugleich Energie einsparen und effizienter nutzen. Dabei liegt noch ein herausforderndes Stück des Weges vor uns. 

Deshalb braucht es in den nächsten Monaten weit mehr Tempo und am besten einen Schulterschluss. Energiesparen ist ein gemeinsames, nationales Projekt, das Politik, Industrie, Mittelstand, Betriebe und Unternehmen, Handwerk, Sozialpartner, Kommunen, Umweltverbände, Verbraucherinnern und Verbraucher, kurz: uns alle braucht. Die Energieeinsparungen und Effizienzsteigerungen sind auch nötig, um den gestiegenen Kostendruck für private Haushalte, Kommunen und Wirtschaft zu mindern.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz startet im Juni eine Energiespar-Kampagne, die unter dem Motto „80 Millionen gemeinsam für den Energiewechsel“ steht – sie lädt ein, aktiv mitzuarbeiten und kreativ zu sein: Denn jede gesparte Kilowattstunde Energie leistet einen Beitrag für unsere Unabhängigkeit, senkt den Kostendruck und hilft, unsere Klimaziele zu erreichen.

Unterstützt wird die Energiesparkampagne von den Bürgerinnen und Bürgern über Verbände und Unternehmen bis hin zu den Kommunen, die dieses Anliegen teilen und sich aktiv in ihrem Wirkungsbereich, Arbeits- und Lebensumfeld für mehr Energieeffizienz und weniger Energieverbrauch einsetzen. Die Unterzeichner verstehen Energiesparen als gemeinsame, als gesellschaftliche Aufgabe: 

„Wir als kommunale Akteure unterstützen die Energiespar-Kampagne. Jede eingesparte Kilowattstunde ist ein echter Beitrag zum Klimaschutz. Städten, Landkreisen und Gemeinden kommt eine Schlüsselrolle zu. Sie sind Vorbild und beraten Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft. Sie steigern aktiv die Energieeffizienz durch vielfältige Maßnahmen. Die großen Potenziale, etwa bei über 180.000 kommunalen Gebäuden, über 2 Millionen kommunalen Wohnungen, bei der Straßenbeleuchtung oder auch im Verkehr müssen weiter gehoben werden. Wir werden für das Energiesparen werben, Informationen bereitstellen sowie „gute Beispiele“ präsentieren und so auch in Zukunft wichtige Impulse geben.“ Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag, Deutscher Städte- und Gemeindebund


„Wir als Handwerk sind Umsetzer und zugleich Betroffene beim Einsparen von Energie: Wir bauen und installieren das, was in den privaten Haushalten und im gewerblichen Bereich eine effiziente Energienutzung möglich macht. Und mit dem E-Tool und weiteren passgenauen Instrumenten der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz unterstützen wir unsere Handwerksbetriebe schon jetzt ganz konkret dabei, ihre Betriebsabläufe und -werkstätten energieeffizient aufzustellen. Denn es liegt auch im ureigenen Interesse von Handwerksbetrieben, selbst möglichst energieeffizient zu arbeiten. Handwerkerinnen und Handwerker sind die Macher von Energieeinsparungen im Alltag ihrer Kundschaft wie in ihren eigenen Betrieben.“ Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)


„Energieeffizienz ist ein wichtiger Lösungsansatz, um die Klimaziele zu erreichen und mit einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft und hochwertigen Arbeitsplätzen zu verbinden. Das gilt umso mehr in Zeiten rasant steigender Energiekosten. Wir als Sozialpartner werben daher dafür, weiter in Energieeffizienz zu investieren. Es gilt jetzt, die verbleibenden Potentiale mit mehr Dynamik zu erschließen. In der Praxis beruht Energieeffizienz auf Innovationen im Unternehmen und individuellen Lösungen. Wichtig sind dafür qualifizierte Fachkräfte, finanzielle Anreize und langfristig gesicherte Rahmenbedingungen. Unsere gelebte Sozialpartnerschaft kann ein wichtiger Booster für mehr Energieeffizienz sein.“ Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) und Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)


„Wir als Industrie stehen für die Wirtschafts- und Innovationskraft Deutschlands. Wir wollen den immer effizienteren Einsatz von Energie als wichtigen Beitrag zu einer moderneren, leistungsfähigeren Wirtschaft beschleunigen. Bereits jetzt haben es die Unternehmen geschafft, Energieverbrauch und Wachstum zunehmend zu entkoppeln. Energiesparen treiben wir seit Jahren voran durch die Entwicklung neuer Energie-Lösungen und durch die Zusammenarbeit der Energiefachleute von Unternehmen in Energie- und Klimaschutznetzwerken. Wegen des russischen Kriegs in der Ukraine unterstützt die deutsche Industrie, nun so rasch wie möglich den Gasverbrauch in der Stromerzeugung zu senken und Kohlekraftwerke schon jetzt aus der Reserve wieder in den Markt zu nehmen, um Gas für den Winter zu speichern.“ Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI)


„Wir als DIHK unterstützen den Energieeffizienzpfad. Energieeffizienz ist in der Breite der deutschen Wirtschaft bereits zum selbstverständlichen Bestandteil betrieblicher Abläufe und Entscheidungen geworden. Um noch mehr Einsparungen anzuregen, setzen wir auf Energieeffizienz- und Klimaschutznetzwerke und wollen in den nächsten Jahren weitere 10.000 Energie-Scouts im Rahmen unseres Unternehmensnetzwerkes Klimaschutz ausbilden. Damit können wir den Mut und das Engagement dieser jungen Menschen nutzen, um bisher liegen gebliebene Einsparpotenziale in den Betrieben aufzuspüren und neue, innovative Wege zu gehen. Ganz nebenbei tragen die Jugendlichen das erworbene Knowhow auch in ihr privates Umfeld, und machen das Erfolgsprojekt zu einem Baustein mit doppelter Rendite – für den Klimaschutz und für mehr Unabhängigkeit.“ Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)


„Wir als Energiewirtschaft stehen zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung, einen sparsamen und sinnvollen Umgang mit Energie zu fördern. Deshalb unterstützen wir die Kampagne, die zum richtigen Zeitpunkt kommt. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Energie grüner zu machen und die Infrastrukturen zukunftsfest. Unsere Unternehmen nutzen ihre Kontakte zu den Millionen privaten Haushalten, bieten Energieberatung für den Alltag an und flankieren die konkrete Umsetzung von Maßnahmen. Über unser Portal www.ganz-einfach-energiesparen.de gelingt der Einstieg besonders effektiv. In Kooperation mit Gewerbe- und Industriekunden sowie mit den Kommunen intensivieren wir die Arbeit in den Effizienz- und Klimaschutznetzwerken. Die Unternehmen der Energiewirtschaft nutzen ihre Expertise für Energiedienstleistungen wie Contracting und Energiemanagement, für den Aufbau von effizienten und klimaneutralen Wärmeversorgungen.“ Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)


„Wir als Energieeffizienzbranche stehen mit vielfältigen Lösungen und über 600.000 Beschäftigen bereit, schnell den Energieverbrauch zu reduzieren. 10 Prozent gehen immer! Viele Lösungen lassen sich schnell und günstig implementieren. Energieeffizienz muss jetzt als stille Reserve aktiviert werden, um Versorgungsengpässe zu verhindern und die Eskalation der Energiekosten zu bremsen. Gleichzeitig muss die Klimatransformation von Gebäuden, Wirtschaft und Infrastruktur starten. Wir stehen bereit, verfügbare Kapazitäten zu mobilisieren und auszubauen und der Bundesregierung zur Seite, um die dazu notwendigen, verbindlichen und verlässlichen politischen Rahmenbedingungen zu schaffen.“ Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF)


„Wir als Kommunalwirtschaft unterstützen die Initiative des BMWK. Kommunale Unternehmen sind das Scharnier zu den Kundinnen und Kunden vor Ort. Als VKU werden wir bei unseren über 1.500 Unternehmen der Energie-, Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft intensiv für eine Reduzierung des Energieverbrauchs und für eine Sensibilisierung bei Kundinnen und Kunden werben. Hierfür werden wir in einer Toolbox Einsparmaßnahmen aufzeigen und unsere Homepage mit Best-Practice-Beispielen aufladen. Wir werden uns dafür stark machen, dass in der Kommunikation Energieeinsparmaßnahmen klar und prominent platziert werden.  Zusätzliche Energieeffizienz- und Klimaschutznetzwerke werden aktiv unterstützt. Denn letztlich zählt, was vor Ort passiert.“  Verband Kommunaler Unternehmen (VKU)


„Wir als Umweltverbände sehen in der absoluten Reduktion des Energieverbrauchs den Schlüssel für ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell. Der Angriffskrieg gegen die Ukraine hat uns unsere Abhängigkeit brutal vor Augen geführt und zwingt zum sofortigen Kurswechsel. Als Umweltverbände unterstützen wir alle Bemühungen der Bundesregierung, diesen Kurswechsel zu vollziehen. Nur wenn es uns gelingt, den Energiebedarf dauerhaft drastisch zu senken, können wir als Industrienation Vorbild sein für ein Wohlstandsmodell, das nicht auf Kosten anderer Weltregionen und der Natur wirtschaftet. Dafür braucht es die richtigen politischen Weichenstellungen und einen regulatorischen Rahmen, der Reduktion, Effizienz und Flexibilität belohnt und Ineffizienz und Verschwendung verhindert. Kurzfristig sind wir alle aufgerufen, auch durch individuelle Verhaltensänderungen den Energieverbrauch drastisch zu senken. Dafür haben die Umweltverbände auch schon in den vergangenen Monaten viele hilfreiche Hinweise veröffentlicht. Nun kommt es aber auf die politische Rahmensetzung an, um die eigentlichen Hebel in Bewegung zu setzen.“ Deutscher Naturschutzring (DNR)


„Wir als Verbraucherschützer helfen Verbraucherinnen und Verbrauchern mit der unabhängigen Energieberatung, Energie und Bares zu sparen und uns unabhängiger von fossilen Energien zu machen. Weil die Einsparpotentiale der Verbraucherinnen und Verbraucher sehr unterschiedlich sind, gibt die Energieberatung für jeden Einzelfall passgenaue Tipps und Hilfestellungen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass viele Menschen keinen oder kaum noch Spielraum für Einsparungen haben. Damit die steigenden Energiepreise sie nicht in existenzielle Nöte bringen, muss die Politik sie gezielt unterstützen und entlasten.“ Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)

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