Den Müttern helfen

v. l. n. r.: Anna-Lisa Lukannek, Chiara Wirths und Hermann Schaufler.

Seit vier Jahren ist das St. Anna Gymnasium aus Wuppertal beim Schulwettbewerb des Müttergenesungswerkes dabei, seit drei Jahren gewinnt die Schule den bundesweiten Wettbewerb mit Rekordergebnissen, mehr als 300 Schülerinnen und Schüler beteiligen sich seitdem jedes Jahr an der Muttertagssammlung. Die Schule sammelte rund 14.449 Euro und übertraf damit erneut den selbst aufgestellten Sammelrekord aus dem letzten Jahr. Was ist ihr Erfolgsgeheimnis und warum wird hier so aktiv für die Arbeit des Müttergenesungswerkes gesammelt? Dazu ein Gespräch mit Anna-Lisa Lukannek, (16 Jahre), Chiara Wirths (14 Jahre), Schülerinnen des St. Anna Gymnasiums und ihrem Lehrer, Hermann Schaufler.

Frage: Wie seid ihr zur Sammlung gekommen?
Anna Lisa und Chiara: „Wir sind durch die Schule zur Sammlung gekommen. Vor vier Jahren hat Lehrer Schaufler uns angesprochen. Er ist in jede Klasse gegangen und hat berichtet, worum es beim Müttergenesungswerk geht und weshalb es sinnvoll ist, Spenden für kranke Mütter zu sammeln. Er hat uns motiviert zu sammeln und seitdem sammeln wir.“

Frage: Was habt ihr bei der Sammlung erlebt?
Anna-Lisa und Chiara: „Eigentlich ist es immer sehr positiv, vor allem in den Häusern sind die Menschen meist freundlich und hilfsbereit, sie sind hier öfter bereit etwas zu spenden. Auf den Straßen haben die Menschen meist wenig Zeit, sie haben es eilig und spenden nicht so oft.“

Frage: Warum sammelt ihr?
Anna-Lisa und Chiara: „Wir sind davon überzeugt, dass das Müttergenesungswerk eine gute Organisation ist, die den Müttern wirklich hilft. Wir wollen, weil wir ja ein schönes Leben haben, den Müttern und ihren Kindern helfen, denen es nicht so gut geht wie uns.“

Frage: Euer Tipp – wie wird man Siegerschule?
Anna-Lisa und Chiara: „Man braucht eine Schulgemeinschaft, die bereit ist zu helfen und dann geht das eigentlich ganz einfach.“

Frage: Was ist Ihre Motivation, die Sammlung des Müttergenesungswerkes so aktiv zu unterstützen?
Hermann Schaufler: „Auch ich halte das Müttergenesungswerk für eine gute und hilfreiche Einrichtung. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich selber als Schüler für das Müttergenesungswerk gesammelt habe. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es eine Mutter hat, die kaum Unterstützung bekommt. Das gibt es ja heute auch noch. Da ist es schön, wenn man jemandem behilflich sein kann. Und auch der Wunsch als Lehrer, Schüler zu sozialer Verantwortung hinzuführen.“

Frage: Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis, wie motivieren Sie die Schülerinnen und Schüler?
Hermann Schaufler: „Ich bin den Schülern gegenüber aufgeschlossen, jeder kennt mich hier, ich organisiere vieles. Man muss den Schülern gegenüber ein gesprächsbereiter und aufgeschlossener Lehrer sein und sie ernst nehmen, dann kommen die Botschaften auch an. Wichtig ist auch die persönliche Ansprache, ich gehe dann auch durch die Klassen und berichte über das Müttergenesungswerk, wofür die Spenden gebraucht werden und warum diese Arbeit so wichtig ist. Natürlich muss man sich schon auch Zeit nehmen, aber wenn man was erreichen will, muss man es einfach tun.“

Frage: Haben Sie Tipps für andere Schulen, die sich bislang nicht an der Sammlung beteiligt haben?
Hermann Schaufler: „Man braucht jemanden an einer Schule, der sozial engagiert ist und die Aufgabe übernimmt, den Gedanken des Müttergenesungswerkes an die Schülerinnen und Schüler heranzutragen und sie motiviert – dann könnten diese eigentlich auch erfolgreich sammeln.“

Ute Wedemeier, ehrenamtliche Kuratorin im Müttergenesungs- werk für die Arbeiterwohlfahrt

Frage: Was sagen Sie zu diesem Engagement?
Ute Wedemeier: „Wir sind sehr froh, dass es soviel Engagement bei Schülern und Lehrern gibt und dass es Schulen wie St. Anna gibt, die sich seit Jahren am Schulwettbewerb beteiligen. Schon zu Zeiten von Elly Heuss-Knapp haben Schülerinnen und Schüler gesammelt. Wir haben die Tradition wieder aufgegriffen, als wir vor sechs Jahren den bundesweiten Schulwettbewerb zur Muttertagssammlung ins Leben gerufen haben. Hier werden echte Werte vermittelt: sich für andere einsetzen, Überzeugungskraft entwickeln. Wir in Bremen rufen unsere Schulen schon seit Jahren auf, am Wettbewerb teilzunehmen. Eigentlich könnten alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister die Schulen in ihrer Stadt zur Teilnahme aufrufen und motivieren.“ 

Frage: Warum braucht das Müttergenesungswerk Spenden?
Ute Wedemeier: „Mehr als 2. Mio. Mütter in Deutschland sind kurbedürftig und brauchen unsere Hilfe! Sie sind heute mehr denn je gefordert, den Balanceakt zwischen Familie, Haushalt und Beruf zu meistern. Der Alltag verlangt den Müttern viel ab: enormes Organisationstalent, unermüdlich viel Kraft und Nerven wie Drahtseile. Doch manchmal reicht ihre Kraft nicht mehr und ihre Gesundheit leidet. Sie können krank werden und dann ist es wichtig, dass es Menschen gibt, die für andere da sind.

Die bundesweite Spendensammlung des Müttergenesungswerkes rund um den Muttertag ist ein wichtiger Baustein zur Sicherung der Arbeit der gemeinnützigen Stiftung für die Gesundheit der Mütter. Die Spenden kommen Müttern und Kindern zugute, wenn sie die Kurnebenkosten nicht aufbringen können, helfen bei der Finanzierung der Nachsorgearbeit und der wichtigen Informations- und Aufklärungsarbeit für Mütter und MultiplikatorInnen, wie z. B. ÄrztInnen.“


Weitere Informationen:
Informationen und Materialien können kostenfrei beim Müttergenesungswerk angefragt werden.

Kontaktadresse:
Petra Gerstkamp
Bergstraße 63
10115 Berlin
Tel.: 030-330029 12, E-Mail: gerstkamp@muettergenesungswerk.de
www.muettergenesungswerk.de

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