Energiewende erfordert verstärkte Förderung der energetischen Gebäudesanierung

Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz, Linden

„Die energetische Gebäudesanierung ist das Fundament für das Gelingen der Energiewende. Vierzig Prozent des Primärenergiebedarfs fließen in Strom, Heizung und Warmwasser von Gebäuden. Dies zeigt, dass neben einer erforderlichen Verhaltensänderung bei uns allen hin zu einem Mehr an Strom sparen, hier der Hebel, insbesondere über bauliche Maßnahmen, liegt“, erklärte der Vorsitzende des Ausschusses für Städtebau und Umwelt, Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz, Linden, heute anlässlich der Sitzung des Gremiums in Weimar. „Jedenfalls müssen der richtigen Aussage, dass die Energiewende nicht zum Nulltarif zu bekommen ist, gerade bei der energetischen Gebäudesanierung auch die richtigen Taten folgen“, sagte Dr. Lenz.

Angesichts eines Potenzials zur Steigerung der Energieeffizienz von sechzig bis achtzig Prozent in privaten und öffentlichen Gebäuden fordert der Deutsche Städte- und Gemeindebund eine deutliche Aufstockung des KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramms von derzeit 1,5 Mrd. Euro auf jährlich mindestens fünf Milliarden Euro. Lenz: „Die größten Defizite bei den energetischen Sanierungen betreffen derzeit die ca. 30 Millionen Wohngebäude der 50-iger, 60-iger, 70-iger und 80-iger Jahre. Hier muss daher bei der Förderung und Unterstützung mit Priorität angesetzt werden. Denn die beste Energie ist immer noch die, die nicht verbraucht wird.

Stattdessen erreichen Bund und Länder seit Juli 2011 keine Einigung bei der steuerlichen Förderung der energetischen Wohngebäudesanierung. So wird aber die Politik ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht. „Die zur Zeit bestehende Unterförderung der energetischen Gebäudesanierung ist umso unverständlicher, als dass nach wissenschaftlichen Berechnungen ein öffentlicher Euro etwa acht Euro an weiteren öffentlichen und privaten Investitionen auslösen würde“, erklärte der Umweltexperte des DStGB, Norbert Portz. Hiervon profitieren auch das örtliche Handwerk und das Gewerbe, so dass eine Förderung der Gebäudesanierung eine mehrfache Win-Situation auslöst.

Nach Auffassung des DStGB ist darüber hinaus ein weiteres „Kommunalprogramm“ zur Sanierung des kommunalen Immobilienbestandes notwendig. „Angesichts der bestehenden Bedarfe und insbesondere der Synergieeffekte bei den rund 176 000 kommunalen Gebäuden wie Schulen und Kindergärten würde dabei nicht nur Sinnvolles für die Umwelt und die Energieeffizienz, sondern auch für den Bildungsstandort Deutschland getan“, so Portz.

Pressemitteilung 50/12

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