Versorgungssicherheit nicht gefährden - Reformbedarf bei Energiewende

In einem Statement gegenüber Handelsblatt-Online mahnt DStGB-Hauptgeschäftsführer Dr. Gerd Landsberg Reformen bei der Umsetzung der Energiewende an. Um Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Steigerung der Stromkosten zu dämpfen sind drei zentrale Ziele anzugehen:

„Die dramatische Situation der hocheffizienten und klimafreundlichen Gaskraftwerke zeigt einmal mehr den dringenden Reformbedarf bei der Energiewende.
Drei zentrale Ziele müssen endlich angegangen werden:

Erstens brauchen wir deutlich mehr Markt- und weniger Planwirtschaft, damit uns die Kosten nicht weiter aus dem Ruder laufen. Die alternativen Energien sollten nur dann gefördert werden, wenn dieser Strom tatsächlich ins Netz gelangt und auch gebraucht wird.

Zweitens muss der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien an den Netzausbau angepasst werden. Dazu ist die Beschleunigung sowohl des Ausbaus des Hochspannungsnetzes (notwendig sind über 3000 Km Leitung) wie auch die Ertüchtigung der Verteilungsnetze (ca. 185.000 Km) unverzichtbar. Denn ohne neue und bessere Netze kann die dezentrale Energieversorgung nicht funktionieren.

Drittens muss sichergestellt werden, dass auch wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, die Versorgungssicherheit gewährleistet ist. Dafür brauchen wir die hocheffizienten Gaskraftwerke, die je nach Bedarf schnell hochgefahren werden können und das Klima deutlich weniger belasten als z.B. Kohlekraftwerke. Notwendig ist dazu ein Entlohnungsmodell, das die Wirtschaftlichkeit dieser Reservekapazitäten sicherstellt und ebenfalls auf marktwirtschaftlichen Mechanismen basieren sollte. Für die Bereitstellung dieser Reservekraftleistungen muss ein Entgelt bezahlt werden, sonst ist unsere Versorgungssicherheit in Gefahr und weitere wichtige Investitionen in diesem Bereich werden unterbleiben. Denkbar ist z.B. die Einspeiser von alternativer Energien zu verpflichten, entweder selbst oder über entsprechende Organisationen Leistungszertifikate zu erwerben, um so einen Anteil der Versorgungssicherheit mit zu gewährleisten. Es wird die vorrangige Aufgabe der neuen Bundesregierung sein, hier zu einem sogenannten „Marktdesign“ zu kommen und diese Reformen anzugehen. Dies gilt umso mehr, als ein Blackout in Deutschland oder in Teilen unseres Landes  - auch wenn er nur wenige Stunden dauern sollte – zu Milliardenverlusten führen kann.“

Der hierzu im Handelsblatt-Online erschienene Artikel kann hier nachgelesen werden.

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