Zukunft des ländlichen Raumes nicht verspielen

Gerade die Energiewende wird im ländlichen Raum umgesetzt, denn hier stehen die großen Wind- und Solaranlagen. Die Politik konzentriert sich viel zu sehr nur auf die Metropole und bildet damit die gesellschaftliche Wirklichkeit zu wenig ab. Wenn in wenigen großen Städten die Mietpreise überproportional steigen, entsteht politische Aktivität und der Ruf nach einer Mietpreisbremse. Das andererseits in vielen Gebieten Wohnraum zu sehr günstigen Preisen zur Verfügung steht und teilweise sogar Leerstände zu verzeichnen sind, bleibt dabei leider unberücksichtigt. Wir müssen die ländlichen Räume vitalisieren und gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels stärken. Dazu gehört eine flächendeckende Breitbanderschließung, ein funktionsfähiger öffentlicher Personennahverkehr, eine solide gesundheitliche Versorgung und ausreichendes Bildungs-  und Freizeitangebote.

Das Grundgesetz schreibt vor, dass deutschlandweit gleichwertige Lebensverhältnisse vorhanden sein sollen. Hier besteht eindeutig Nachholbedarf.  Deswegen muss ein neuer Bund-Länder-Finanzausgleich die Mindeststandards festlegen, die die Menschen auch im ländlichen Raum erwarten dürfen und können. Auf dieser Grundlage sollten dann Förderungen und Zuweisungen erfolgen. Die ländlichen Räume in Deutschland sind ein Markenzeichen, welches wir weiter stärken müssen. So sind zum Beispiel auch die Tourismuspotentiale, die regionsspezifischen Branchen bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Wir erwarten von der neuen Bundesregierung ein klares Bekenntnis zum Erhalt, zur Förderung auch der ländlichen Räume in Deutschland. Volle Städte leeres Land ist kein Zukunftsmodell für Deutschland.

(Statement von Dr. Gerd Landsberg, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, vom 05. September 2013)

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