Anlässlich der Bürgermeisterinnenkonferenz Österreich, Deutschland, Schweiz und Italien (Südtirol) am 26. und 27. März 2026 in Wien fordern Bürgermeisterinnen aus den teilnehmenden Ländern mehr weibliche Partizipation in der Kommunalpolitik. In allen vier Ländern liegt der Anteil der Frauen in kommunalen Führungspositionen nur zwischen 11 und 19 Prozent: In Südtirol sind es knapp 14 Prozent, in der Schweiz 19 Prozent, in Deutschland 13,5 Prozent und in Österreich nur 11,6 Prozent.
„Noch immer sind Frauen in kommunalen Entscheidungspositionen deutlich unterrepräsentiert. Für eine funktionierende Demokratie ist eine gerechte politische Repräsentation aller Geschlechter unerlässlich. Demokratie lebt vom Mitmachen – und die Kommunalpolitik ist der Ort, an dem Demokratie am sichtbarsten gelebt wird“, betonen Daniela Kampfl (Vizepräsidentin Österreichischer Gemeindebund), Cristina Pallanch (Vizepräsidentin des Südtiroler Gemeindenverbandes), Imelda Stadler (Alt-Kantonsratspräsidentin, Alt-Gemeindepräsidentin von Lütisburg, Schweiz) und Kathrin Alte (Bürgermeisterin von Anzing und Co-Sprecherin im Arbeitskreis Frauen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes). Als Frauen in kommunalen Führungspositionen gehen sie als Vorbilder voran. Sie fordern einen wertschätzenderen Umgangston in der Kommunalpolitik und appellieren an ihre Kolleginnen und Kollegen: „Wir wissen, wo wir stehen, und wir wissen, dass es noch viel zu tun gibt. Es liegt an allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, junge und engagierte Frauen für den kommunalpolitischen Weg zu ermutigen: Einfach mitmachen und mitgestalten!“
Im Vorfeld der Konferenz wurde von der FH Kärnten unter Leitung von Politologin Dr. Kathrin Stainer-Hämmerle im Auftrag des Österreichischen Gemeindebundes eine Umfrage unter Kommunalpolitiker:innen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen deutliche Geschlechterunterschiede: Frauen in der Kommunalpolitik erleben höhere Belastungen, mehr Kritik und strukturelle Hürden, was sich auch in ihrer geringeren Repräsentation und niedrigeren Ambition für Spitzenämter niederschlägt. Während demokratische Grundwerte insgesamt breit geteilt werden, betonen Frauen stärker die Bedeutung von Beteiligung und kritisieren häufiger den politischen Umgangston. „Der Anteil an Bürgermeisterinnen steigt langsam. Viel schneller sinkt allerdings das Bewusstsein für die Hürden für Frauen in diesem Amt. Maßnahmen wie direkte Ansprache und Unterstützung von interessierten Frauen bleiben also wichtig, vor allem im Hinblick auf die geringe Bereitschaft der Vizebürgermeisterinnen, das Amt der Gemeindechefin anzustreben“, so Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle.
Im Rahmen der Internationalen Bürgermeisterinnenkonferenz am 26. und 27. Märze in Wien treffen sich Bürgermeisterinnen und Vizebürgermeisterinnen aus Österreich, Deutschland, Schweiz und Südtirol und setzen ein starkes Zeichen: Mehr Frauen in kommunalen Ämtern stärken die demokratische Basis, bringen vielfältige Perspektiven in politische Entscheidungen und wirken als Vorbilder für kommende Generationen. Die Botschaft an alle Frauen lautet: „Einfach tun!“ – sich engagieren, laut sein, eigene Erfahrungen einbringen und in der Politik mitbestimmen. Die Konferenz bietet Inspiration, Austausch und konkrete Orientierung für alle, die Verantwortung in ihrer Gemeinde übernehmen und wird vom Österreichischen Gemeindebund zum fünften Mal in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund sowie dem Schweizerischen Gemeindeverband sowie erstmals dem Südtiroler Gemeindenverbandes mit Unterstützung der Präsidentschaftskanzlei Österreich und des Bundespräsidialamts Deutschland durchgeführt.
Bildunterzeile: Dr. Kathrin Stainer-Hämmerle (Politologin FH Kärnten), Daniela Kampfl (Vizepräsidentin Österreichischer Gemeindebund), Imelda Stadler (Alt-Kantonsratspräsidentin, Alt-Gemeindepräsidentin von Lütisburg, Schweiz), Cristina Pallanch (Vizepräsidentin Südtiroler Gemeindenverband), Kathrin Alte (Bürgermeisterin von Anzing und Co-Sprecherin im Arbeitskreis Frauen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes)
