Bericht

Regionalkonferenz „Mittendrin und gut versorgt“ in Nieder-Olm

Zur Regionalkonferenz der Initiative „Mittendrin und gut versorgt“, die der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) gemeinsam mit Lidl regelmäßig ausrichtet, kamen am 16. März 2026 in der Verbandsgemeinde Nieder-Olm rund 80 Teilnehmende aus Verwaltung, Handel und Politik zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie eine moderne und bürgernahe Nahversorgung entscheidend zur Lebensqualität und Attraktivität von Städten und Gemeinden beiträgt.

Gemeinsamer Austausch für starke Nahversorgung

Die Veranstaltung bot eine Plattform für den Austausch über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze zwischen Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen, Einzelhandel und weiteren Akteuren – mit dem Ziel, die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger, die Anforderungen des Handels sowie die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen zusammenzudenken. Die Tagung in Nieder-Olm wurde vom Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz und vom Hessischen Städte- und Gemeindebund unterstützt.

Bedeutung von Kooperation und Verantwortung vor Ort

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßten Ralph Spiegler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm und Präsident des DStGB, sowie Alexander Handschuh, Beigeordneter und Sprecher des DStGB, die Teilnehmenden und betonten, dass die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und den verschiedenen Akteuren am Markt für eine gute Versorgung vor Ort besonders relevant sei. Gerade in den ländlichen Räumen seien eine verlässliche Versorgung und starke Ortskerne für Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit entscheidend, so Spiegler und Handschuh. Es müsse allen Akteuren klar sein, dass der Erhalt der Strukturen vor Ort nur gemeinsam gelinge. Daher sei eine enge Kooperation mit der Wirtschaft erforderlich. Umgekehrt erwarte man allerdings auch, dass sich die Unternehmen ihrer besonderen Verantwortung bewusst sind und ihr gerecht werden.

Im Praxis-Impuls „Wo Wege länger werden: Herausforderungen und Perspektiven der Nahversorgung“ zeigte Philipp Andreas, Syndikusanwalt beim Handelsverband Südwest Rheinland-Pfalz, zentrale Herausforderungen für die Nahversorgung auf und betonte die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Handel sowie der Mut zu pragmatischen Lösungen sei dabei unabdingbar. Es sei ein klarer Trend hin zum Online-Handel erkennbar, auch wenn das die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs nicht so stark treffe wie andere Bereiche.  Andreas machte deutlich, dass gemeinsames Engagement von Handel, Kommunen, aber auch Bürgerinnen und Bürgern, notwendig sei, um die Lebensqualität in Innenstädten und Ortskernen zu erhalten.

Neue Filialkonzepte und flexible Lösungen

Kim Gänz, Immobilienleiterin Portfoliomanagement Südwest bei Lidl
Kim Gänz, Immobilienleiterin Portfoliomanagement Südwest bei Lidl

Weiter gab Kim Gänz, Immobilienleiterin Portfoliomanagement Südwest bei Lidl, Einblicke in aktuelle Filialkonzepte sowie regionale Praxisbeispiele aus der Nahversorgung. Insgesamt sei der Anspruch an eine gute Nahversorgung gestiegen – es werde mehr Fläche benötigt und der Bedarf nach modernem und erlebnisreichem Einkaufen sei gewachsen. Dem wolle Lidl nachkommen und auf die Interessen der Menschen eingehen. Gänz betonte, dass Lidl zwar konkrete Rahmenbedingungen benötige, um wirtschaftlich arbeiten zu können, gleichzeitig aber mit Blick auf die Standorte und die Konzepte durchaus flexibel agiere. So habe man unter anderem Filialen in denkmalgeschützten Bauten eröffnet. Zudem seien in Abstimmung mit den Kommunen auch verschiedene Multi-Use-Konzepte möglich. Letztlich eint Lidl und die Kommunen das Interesse an guter Nahversorgung. Es gehe darum, wirtschaftlich zu agieren, aber auch Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit vor Ort zu stärken. 

Regionale Wertschöpfung als Schlüssel zur Resilienz

Im kommunalen Praxis-Impuls „Strategien für zukunftsfähige Kommunen“ machten Heiner Sindel und Claudia Schreiber vom Bundesverband der Regionalbewegung auf die Bedeutung regionaler Wertschöpfung für eine resiliente Nahversorgung aufmerksam und stellten Ernährung als wichtiges strategisches Handlungsfeld für Kommunen heraus. Ernährung und die Versorgung der Menschen vor Ort dürfe nicht einigen wenigen starken Playern am Markt überlassen bleiben. Regionale Nahversorgungsstrukturen müssten daher von den Kommunen gezielt gestärkt werden. Problematisch sei der kontinuierliche und sehr deutliche Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe und des lokalen Handwerks, etwa bei Bäckereien oder Metzgereien. Es müsse klar sein, dass diese neben ökonomischen und ökologischen auch wichtige gesamtgesellschaftliche sowie soziale Funktionen übernähmen und das Fundament unserer Demokratie darstellen, so Schreiber und Sindel.

Rechtliche Rahmenbedingungen im Wandel

In dem Beitrag „Bund, Länder und Gesetze – aktuelle Entwicklungen bei den Steuerungsregeln für die Nahversorgung“ erläuterte Roland Schmidt-Bleker, Fachanwalt für Verwaltungsrecht und Co-Managing Partner bei Taylor Wessing, aktuelle rechtliche Entwicklungen, insbesondere die geplanten Änderungen im Bauplanungsrecht. Dabei erklärte er, welche Auswirkungen diese auf die Genehmigung und Steuerung von Nahversorgungsstandorten haben und welche Handlungsspielräume sich für Kommunen ergeben. Insgesamt zeigte Schmidt-Bleker sich optimistisch, dass die geplanten Neuregelungen zu mehr Flexibilität und Handlungsspielräumen vor Ort führen werden. Viele der nun auf den Weg gebrachten Neuerungen seien mit Blick auf veränderte Rahmenbedingungen überfällig.

Nahversorgung als Gemeinschaftsaufgabe der Zukunft

In der abschließenden Panelrunde „Zukunft beginnt vor Ort: Nahversorgung als Schlüssel für die kommunale Lebens- und Standortqualität“ diskutierten Moritz Petry, Geschäftsführer des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz und Johannes Heger, Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes mit den übrigen Referentinnen und Referenten über zentrale Herausforderungen und Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Nahversorgung. Dabei wurde sehr deutlich, dass es vor allem die Bürgerinnen und Bürger sind, die über ihr Konsumverhalten wichtige Signale für die Zukunft der Innenstädte und Ortskerne geben. Es müsse darum gehen, gute Konzepte zum Einkauf vor Ort zu bieten, die dann aber auch von den Menschen angenommen werden müssten. Einigkeit bestand schließlich darin, dass alle Akteure ihren Beitrag für eine gute Versorgung vor Ort leisten müssten. Zumindest bei den Podiumsteilnehmern in Nieder-Olm war die Bereitschaft zu dieser Zusammenarbeit deutlich erkennbar.

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