Pressemitteilung

Bund, Länder und Kommunen beraten über Wege zu mehr Handlungsfähigkeit in der Stadtentwicklung

Wie können Städte und Gemeinden schneller ins Handeln kommen und zugleich lebenswerte, gerechte und zukunftsfähige Orte bleiben und werden? Diese Frage steht im Mittelpunkt des 19. Bundeskongresses Nationale Stadtentwicklungspolitik, der vom 14. bis 16. September 2026 in Köln stattfindet.

Unter dem Leitmotiv „Gemeinsam handeln, schneller agieren, weiterdenken: Städte für alle gestalten“ kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft, Planung und Zivilgesellschaft zusammen. Im Fokus stehen unter anderem Planungs- und Umsetzungsbeschleunigung, bezahlbarer Wohnraum, Klimaanpassung, moderne Infrastruktur und neue Formen der Zusammenarbeit.

Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Verena Hubertz hat den Kongress heute gemeinsam mit dem Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester eröffnet.

Mit dem Bau-Turbo, dem Baugesetzbuch-Upgrade und der damit weiter vorangetriebenen Digitalisierung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie der Förderung von Umbau und Umnutzung von Gebäuden hat der Bund bereits wichtige Schritte für mehr Geschwindigkeit und Flexibilität eingeleitet. Gleichzeitig muss Stadtentwicklung langfristig tragfähig bleiben und Gemeinwohl, soziale Gerechtigkeit, Klimaanpassung und städtebauliche Qualität sichern. Entscheidend ist dabei auch eine enge Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen.

Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen:

„Stadtentwicklung darf nicht im nächsten Verfahren oder in der nächsten Abstimmungsrunde stecken bleiben. Städte brauchen Tempo und einen klaren Kompass. Genau deshalb gehört beides zusammen: schneller handeln und weiterdenken. Unser Ziel ist, dass aus guten Ideen schneller gute Projekte werden: mehr Wohnungen, bessere Infrastruktur sowie grüne und hitzetaugliche Stadträume. Dafür müssen wir Verfahren einfacher und verlässlicher machen und die Zusammenarbeit zwischen allen Ebenen stärken. Denn am Ende zählt, was vor Ort ankommt.“

Torsten Burmester, Oberbürgermeister der Stadt Köln: „Damit die Kölnerinnen und Kölner langfristig und gut in unserer Stadt leben können, müssen wir schneller handeln – beim Wohnungsbau, bei der Infrastruktur und bei der Klimaanpassung. Kommunen brauchen mehr Handlungsspielräume, verlässliche Rahmenbedingungen und starke Partner. Geschwindigkeit allein ist kein Selbstzweck. Wir wollen Städte entwickeln, die auch für kommende Generationen lebenswert, gerecht und zukunftsfähig sind.“

Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Leipzig: „In den Städten spüren die Menschen, ob neue Gesetze funktionieren, ob Förderung ankommt und ob unsere Verwaltung funktioniert. Stadtentwicklung muss konkrete Verbesserungen für das alltägliche Leben der Menschen bewirken. Eine gute Zusammenarbeit über alle Ebenen und Ressorts hinweg ist daher unerlässlich. Zukünftig muss die kommunale Perspektive aber deutlich besser bei der Gesetzgebung, der Aushandlung von Fördermitteln und der Umsetzbarkeit vor Ort mit einbezogen werden. Wir brauchen endlich wieder mehr Handlungsspielraum und mehr Vertrauen in die Städte, damit Stadtentwicklung wirksam werden kann. Die Novellierung des Bau-Gesetzbuches geht in die richtige Richtung.“

Ralph Spiegler, Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und Bürgermeister der Verbandsgemeindeverwaltung Nieder-Olm: „Klimaanpassung, die Stärkung unserer Innenstädte und Ortskerne, verlässliche Verkehrs- und Versorgungsangebote oder auch die Schaffung von Wohnraum und sozialer Infrastruktur: Die Herausforderungen im Bereich der Stadtentwicklungspolitik, gerade in Zeiten knapper Haushaltsmittel, sind gewaltig. Dies gilt für Großstädte ebenso wie für kleinere Gemeinden im ländlichen Raum. Umso wichtiger ist das diesjährige Kongressmotto „Gemeinsam handeln, schneller agieren, weiter denken“. Damit gute Ideen der Stadtentwicklung zügig und verlässlich umgesetzt werden können, braucht es nicht nur eine enge Zusammenarbeit von Bund, Ländern, Kommunen und allen Stadtakteuren, sondern auch schnellere Planungs- und Genehmigungsprozesse sowie einen verlässlichen Finanzierungsrahmen. Die ist die Voraussetzung für vitale und lebenswerte Städte und Gemeinden.“

Christian Gaebler, Vorsitzender der Bauministerkonferenz und Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen von Berlin: Stadtentwicklung steht heute vor großen Zielkonflikten: Wir müssen schneller ins Handeln kommen und zugleich bezahlbaren Wohnraum, soziale Teilhabe, Klimaanpassung und städtebauliche Qualität sichern. Dafür braucht es eine integrierte Betrachtung und vor allem ein gemeinsames Handeln von Bund, Ländern und Kommunen. Die Städtebauförderung ist dabei ein verlässliches Rückgrat. Unser Ziel muss sein, den Wandel aktiv zu gestalten und lebenswerte Quartiere für alle zu schaffen.“

Der Kongress richtet den Blick auch auf neue Formen der Kooperation. Reallabore, Experimentierklauseln und Modellvorhaben sollen zeigen, wie innovative Ansätze vor Ort erprobt und erfolgreich in die Breite getragen werden können. Zugleich geht es um einen stärkeren Wissenstransfer zwischen Kommunen sowie über Länder- und Bundesgrenzen hinweg.

Die Nationale Stadtentwicklungspolitik bringt Bund, Länder und Kommunen seit 2007 zusammen. Der jährliche Bundeskongress bietet Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Lernen.

Weitere Informationen zur Nationalen Stadtentwicklungspolitik und zum Bundeskongress finden Sie unter:

Weitere Informationen:

 

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