Die wesentlichen Inhalte und Ergebnisse der Veranstaltung im Überblick:
Der sogenannte „Deutschland-Stack“ soll die technologische Grundlage mit strategischen und organisatorischen Rahmenbedingungen für Digitalvorhaben und digitale Lösungen in Deutschland schaffen. Beschreiben lässt er sich laut dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) als eine Technologie-Plattform mit souveränen, europäisch anschlussfähigen und interoperablen digitalen Komponenten zur Verwaltungsdigitalisierung auf Bund-, Länder- und kommunaler Ebene.
Was genau sich hinter diesem Ansatz verbirgt, konnten sich Interessierte im Webinar „Deutschland-Stack – Kompakt-Briefing“ des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung und des Deutschen Städte- und Gemeindebundes am 03. Juli 2026 vorstellen lassen. Mehr als 400 Vertreterinnen und Vertreter aus Städten und Gemeinden sowie aus den kommunalen Landesverbänden nutzten die Gelegenheit, um sich über das Vorhaben und den Umsetzungsstand zu informieren und Fragen zu stellen.
Alexander Handschuh, Beigeordneter für Digitalisierung und Sprecher des DStGB, betonte in seinem Eingangsstatement, dass sowohl der Deutschland-Stack als auch die Digitalisierung insgesamt ohne die Kommunen nicht erfolgreich sein werden. Er hob die Rolle der Kommunen in der Digitalisierung hervor und skizzierte Fragen hinsichtlich des Deutschland-Stacks, die sich den Kommunen bisher ergeben haben.
Christina Decker, Leiterin der Abteilung Deutschland Stack beim BMDS, unterstrich die Bedeutung des Deutschland-Stacks. Er solle dazu beitragen, dass die Bürgerinnen und Bürger mehr Freude an der Verwaltung haben und die Verwaltung mehr Freude am Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern hat.
Deutschland-Stack – Anschlussfähigkeit und Souveränität Deutschlands sicherstellen
Anschließend stellte Thomas Bendig aus dem BMDS den Deutschland-Stack konkreter vor. Sein Referat ist zuständig für die Architektur, das Portfolio sowie die Standards des Deutschland-Stacks. Die aktuelle Herausforderung sei, dass die Interoperabilität zwischen einzelnen IT-Systemen der Behörden nicht gegeben ist. Eine Ende-zu-Ende-Digitalisierung werde dadurch erschwert oder sogar verhindert. Aus diesem Grund verfolge der Deutschland-Stack das Ziel, Einzelentwicklungen durch einen Architekturrahmen und zentral bereitgestellten Basisdiensten mit vorgegebenen Schnittstellen abzulösen. Dafür gebe es über alle föderalen Ebenen hinweg ein politisches Commitment.
Wichtig ist, dass vorhandene Einzellösungen nicht verworfen werden müssen. Die Länder sollen vielmehr selbst Lösungen nach dem Einer-für-alle-Prinzip für den Deutschland-Stack bereitstellen können. Öffentliche und private IT-Dienstleister sollen digitale Lösungen anbieten können. Ausgewählt und zugelassen werden die Lösungen durch das BMDS anhand eines dort entwickelten Kriterienkatalogs. Abschließend verfügbar sein sollen diese Lösungen künftig auf dem Marktplatz Deutschland digital (https://marktplatz-deutschland-digital.de/), der dann auch alle bisher bestehenden Marktplätze vereinen soll.
Primär soll der Deutschland-Stack die Anschlussfähigkeit und Souveränität Deutschlands sicherstellen, so Thomas Bendig. Diesem Vorhaben wird beispielsweise durch offene Standards, offene Schnittstellen, einheitliche Datenaustauschformate, die Veröffentlichung auf OpenCode, die Verwendung von Open Source und souveränen Angeboten sowie eine einheitliche Datenklassifizierung Rechnung getragen.
Die Bürgerinnen und Bürger sollen den Deutschland-Stack im besten Falle durch das „Verschwinden der Verwaltung“ im Hintergrund bemerken, so Thomas Bendig. Demnach wird angestrebt, das Once-Only-Prinzip durch einen ebenenübergreifenden Datenaustausch umzusetzen als auch durchgängige Abläufe und eine effizientere Leistungserbringung zu ermöglichen. Kundinnen und Kunden der Verwaltung würden die Erreichung dieser Ziele besonders durch weniger Aufwand beim Ausfüllen von Formularen und Einreichen von Dokumenten als auch durch kürzere Warte- bzw. Bearbeitungszeiten wahrnehmen, so der Plan des BMDS. Ziel ist, dass ab Beginn 2028 erste Lösungen auf dem Deutschland-Stack zur Verfügung stehen.
Weitere Informationen, besonders für die Vorbereitung der Kommunen auf die Umsetzung des Deutschland-Stacks, sind auf den Internetseiten zum Deutschland-Stack zu finden und werden stetig aktualisiert (https://bmds.bund.de/themen/digitaler-staat/deutschland-stack und https://deutschland-stack.gov.de/).
Darüber hinaus wurden die im Rahmen des Webinars von den Vertreterinnen und Vertretern der Kommunen aufgeworfenen Fragen im Nachgang zum Webinar aufbereitet und an das BMDS übermittelt. Die Antworten sollen auf der Internetseite des BMDS veröffentlicht werden. Schließlich sollen weiterhin Austauschmöglichkeiten in Form von Feedbackrunden mit Kommunen angeboten werden.
Weitere Informationen:
- Markplatz Deutschland digital: marktplatz-deutschland-digital.de/
- Informationen beim BMDS: bmds.bund.de/themen/digitaler-staat/deutschland-stack
- Internetseite des Deutschland-Stack unter deutschland-stack.gov.de
