Digitalisierung

Rückblick: Smart Country Convention 2023 in Berlin

Am ersten Tag der SCCON startete der Innovators Club des DStGB mit einem Panel zum Thema „Die Governance der digitalen Kommune", moderiert von Jan Strehmann. Nach einem kurzen Einstieg stellte Denes Kücük, Chief Digital Officer der Stadt Bochum, das dortige Best-Practice-Beispiel vor. Die zentrale Herausforderung für die Stadt ist dabei insbesondere der Wissenstransfer zwischen den verschiedenen kommunalen Organisationen. Gemäß dem Leitspruch „echte Probleme von echten Menschen“ forderte er dazu auf, auf Leuchtturmprojekte zu verzichten und sich stattdessen auf das Lösen von Alltagsproblemen zu konzentrieren, um das Zusammenleben der Menschen vor Ort zu verbessern.

Im Anschluss betonte Henrike Etzelmüller von Microsoft Deutschland, dass bei der Umsetzung von Smart-City-Themen besonders die Denkweise der Mitarbeiter in den Kommunen entscheidend sei. Neben diesen seien auch deren Kunden, die Produkte sowie die dazwischenliegenden Prozesse die vier zentralen Transformationsschwerpunkte für die Kommunen.

In der Diskussionsrunde verwies das Podium auf die Bedeutung der Vernetzung der Kommunen und der Priorisierung der Thematik, um die derzeit großen Probleme zu lösen.

Am zweiten Tag der SCCON folgte auf der Hauptbühne das DStGB-Fachforum „Deutschland, wie steht´s? Mit neuen Spielregeln raus aus dem digitalen Abseits“, moderiert von Alexander Handschuh. Die zentrale Frage lautete dabei: Wie kann Deutschland nicht nur den digitalen Rückstand aufholen, sondern auch aus der defensiven Haltung herauskommen?

Silvia Hennig, Geschäftsführerin des Vereins Neuland21, eröffnete das Panel mit ihrem Impuls „Digitalisierung als Chance: Was sind die Anforderungen und wer trägt die Verantwortung?“. Dabei präsentierte sie fünf zentrale Thesen, darunter die Neuzuordnung von Verantwortlichkeiten, die damit einhergehende Schaffung personeller Kapazitäten für die digitale Daseinsvorsorge oder die Förderung des Wettbewerbes. Weiter warnte sie vor einer drohenden digitalen Spaltung, aufgrund der teils prekären Finanzlage in den Kommunen.

In der anschließenden Diskussion mit Silvia Hennig, Dr. Fedor Ruhose (Staatsekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz), Anke Domscheit-Berg (Mitglied im Digitalausschuss des Bundestages), sowie Eileen O‘ Sullivan (Stadträtin und Digitaldezernentin bei der Stadt Frankfurt am Main) und Guido Massfeller (Director Public Sector Sales DACH Google Cloud) mit dem Thema „Erfolgreich in die Nachspielzeit" wurde deutlich, dass ein neuer Ansatz für das Team Digitales Deutschland erforderlich ist. Dieser sollte nicht nur darauf abzielen, den Rückstand aufzuholen, sondern auch durch den intelligenten Einsatz digitaler Werkzeuge tatsächlichen Nutzen und Entlastung zu generieren. Zentral dabei ist die wertebasierte Gestaltung der Digitalisierung, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert.

Trotz massiver Investitionen in Infrastruktur, Technologie und Personal sind die in der Digitalstrategie gesetzten Ziele der Bundesregierung nur schwer zu erreichen. Das Podium definierte wichtige Voraussetzungen und stellte fest, dass es für eine erfolgreiche Digitalisierung vor allem „Pfadunabhängigkeit, Zukunftsmut, Priorisierung, Aufklärung und Strategie“ bräuchte.

Ein gemeinsamer Matchplan für die digitale „Aufholjagd“ erfordert dabei klare Rahmensetzungen auf politischer Ebene, die Freiräume und eine gewisse Risikoaffinität zulassen. Neue Standards im Digitalisierungsprozess, wie einheitliche und offene Schnittstellen, sind dafür unerlässlich. Es ist ebenso notwendig, eine Kultur der Verantwortung und klaren Zuständigkeiten auf politischer Ebene zu etablieren.

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