Mit einer Schweigeminute für die Opfer der jüngsten russischen Angriffe begann die achte Deutsch-Ukrainische Kommunale Partnerschaftskonferenz in Berlin. Die Atmosphäre war von großer Solidarität geprägt, zugleich aber auch von der spürbaren Betroffenheit über die weiterhin dramatische Lage in der Ukraine. Rund 600 kommunale Vertreterinnen und Vertreter aus Deutschland, der Ukraine und weiteren europäischen Ländern kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, bestehende Partnerschaften zu stärken und neue Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln.
Unter dem Motto „Zusammen machen wir Europa stärker: Kommunal, solidarisch, partnerschaftlich“ stand die kommunale Resilienz im Mittelpunkt der Konferenz. Diskutiert wurden unter anderem Bevölkerungsschutz, Energieunabhängigkeit, Gesundheitsversorgung, Digitalisierung, lokaler Wiederaufbau sowie der Umgang mit Desinformation. Ukrainische Kommunen berichteten dabei eindrucksvoll von ihren Erfahrungen im Krisenmanagement und von innovativen Lösungen, die unter den Bedingungen des Krieges und unter teils enormen Belastungen entstanden sind.
Ein starkes Signal ging von der politischen Ebene aus. Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, Bundesaußenminister Dr. Johann Wadephul sowie hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Ukraine bekräftigten mit ihrer Teilnahme an der Eröffnung der Konferenz ihre Unterstützung für die kommunalen Partnerschaften. Die enge Zusammenarbeit zwischen Städten, Gemeinden und Landkreisen wurde als wichtiger Beitrag zur europäischen Solidarität, zur Stärkung demokratischer Strukturen und zur Vorbereitung eines Wiederaufbaus gewürdigt.
Die Dynamik der Partnerschaftsarbeit und des Netzwerks zeigt sich auch in den Zahlen: Mittlerweile bestehen rund 300 deutsch-ukrainische kommunale Partnerschaften. Während der Konferenz wurde mit der Partnerschaft zwischen Morshyn und Schwalmstadt die 300. Verbindung offiziell besiegelt. Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan betonte dazu: "300 kommunale Verbindungen zeigen: Zusammen machen wir Europa stärker. Das ist – das muss man ganz klar sagen – auch in unserem Interesse. Eine freie und sichere Ukraine stärkt auch unsere Sicherheit und die Sicherheit Europas. Eine Ukraine, die wieder aufbaut, modernisiert und wirtschaftlich wächst, schafft auch Chancen für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit." Viele dieser Kooperationen sind aus Solidaritätspartnerschaften entstanden und haben sich zu langfristigen Beziehungen entwickelt. Gleichzeitig suchen weiterhin zahlreiche ukrainische Kommunen deutsche Partnerkommunen für den fachlichen Austausch und gemeinsame Projekte.
Die Konferenz wurde von der Servicestelle Kommunen in der einen Welt (SKEW) von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) organisiert und gemeinsam mit dem Land Berlin ausgerichtet. Der DStGB war als Kooperationspartner mit einem gemeinsamen Stand der kommunalen Spitzenverbände vertreten und stand den Teilnehmenden als Ansprechpartner zur Verfügung. Gespräche mit den ukrainischen Kommunalverbänden und die Beispiele von Mitgliedskommunen wie Gudensberg oder Teltow zeigten: Kommunale Partnerschaften sind weit mehr als formale Vereinbarungen. Sie sind gelebte Solidarität, gegenseitiges Lernen und ein wichtiger Beitrag für ein starkes Europa.
Weitere Informationen:
Konferenzwebsite: Deutsch-Ukrainische Kommunale Partnerschaftskonferenz 2026
Partnerschaftsgesuche: Ukraine - Rat der Gemeinden und Regionen Europas
