Ein zentraler Befund: Der häufigste Hinderungsgrund für einen Innenstadtbesuch ist inzwischen nicht mehr der Online-Handel oder die Erreichbarkeit, sondern schlicht Zeitmangel durch Arbeit und andere Verpflichtungen. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Leitbild der „Wohlfühlstadt" an Bedeutung: Innenstädte müssen einen Mehrwert bieten, der über den reinen Einkauf hinausgeht – als Orte der Begegnung, Erholung, Inspiration und des Wohlbefindens.
Um diese Entwicklung greifbar zu machen, führt die Studie den „Visitor-Journey-Circle" ein und ordnet die Erkenntnisse entlang dreier Ebenen: einer rationalen Ebene (Fakten, Nutzen, Struktur), einer emotionalen Ebene (Erlebnis, Stimmung) sowie einer symbolischen Ebene, auf der Werte und Erwartungen an Stadtmarketing und Stadtplanung verhandelt werden.
Als weitere Zukunftsaufgaben identifiziert die Studie insbesondere das Wohnungsangebot sowie fehlende Angebote für Jugendliche und Seniorinnen und Senioren – sie werden vergleichsweise kritisch bewertet und verweisen auf den Wunsch nach einer generationengerechten, dauerhaft belebten Innenstadt. Auch der Einzelhandel steht unter Druck: Laut Handelsverband Deutschland bewerten 42 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als schlecht. Erstmals widmet sich die Studie zudem der geschlechtersensiblen Stadtentwicklung und zeigt, dass Frauen nachts deutlich häufiger Unsicherheit empfinden als Männer, ohne häufiger tatsächlich unsichere Situationen zu erleben.
Die Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27 steht unten kostenlos zum Download zur Verfügung.
Weitere Informationen:
- cima.monitor – Studien und Kennziffern zur Zukunft der Innenstadt im Wandel (Externer Link)
