Digitalisierung muss alle Generationen erreichen
Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Alexander Handschuh, Beigeordneter und Sprecher des DStGB, die Teilnehmenden. Im anschließenden Eröffnungsvortrag betonte Susanne Miosga, Referentin für Digitalisierung, Öffentlichkeitsarbeit und Verbandskommunikation beim Städte- und Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommern e.V., dass Digitalisierung nur dann erfolgreich sei, wenn sie alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen erreicht. Anhand von Praxisbeispielen wie dem „Digital Kompass“ und generationenübergreifenden Quartierskonzepten zeigte sie, wie ältere Menschen schrittweise an digitale Anwendungen herangeführt werden können. Entscheidend sei, dass sich digitale Angebote an den Bedürfnissen der Menschen orientieren und insbesondere ältere Generationen aktiv einbeziehen.
Das Programm „Trittsicher in die Zukunft“: Bewegung und digitale Unterstützung
Ivonne Ertl, stellvertretende Projektleitung bei der SVLFG, erläuterte zunächst den Aufbau des Programms „Trittsicher in die Zukunft“ und dessen wissenschaftliche Begleitung durch u.a. die Charité Universitätsmedizin, Forschungsgruppe Geriatrie (G-CHAR), Berlin. An der Begleitstudie, die sich als Ziel setzt die Wirksamkeit des Programmes zu untersuchen, nahmen insgesamt 2.467 Personen teil. Seit Beginn der Kurse im September 2024 wurden 225 Bewegungskurse im Rahmen der Studie durchgeführt. Auch nach Abschluss der Rekrutierungsphase am 15.10.2025 laufen die Bewegungskurse, zunächst im Rahmen des Setting-Ansatzes, weiter. Seitdem konnten bereits weitere, über 280 Kurse genehmigt werden.
Der Schwerpunkt des Vortrags lag auf der digitalen Komponente des Präventionsangebots. Ergänzend zu den gemeinsamen „Vor-Ort-Kurseinheiten“ wurde, neben einem Portal für Kursleitende, eine speziell auf die Zielgruppe zugeschnittene App entwickelt. Diese bietet unter anderem eine übersichtliche Wochenansicht mit Trainingsplan, kurze animierte Übungsanleitungen und wöchentliche Live-Aktivitäten, die „offenen Trainings“. Ergänzt wird das Angebot durch eine individuelle Trainingsprogression, ein Belohnungssystem sowie eine Hotline bei technischen Fragen. Als Herausforderungen zu Beginn des Projektes wurden neben technischen Problemen auch Bedienungsfehler im Umgang mit den Tablets, gerade bei Personen, die noch nie mit digitalen Medien zu tun hatten, sowie eine unzureichende Netzabdeckung, genannt. Inzwischen konnten die technischen Schwierigkeiten aber behoben werden. Auch das Selbstvertrauen der Teilnehmenden im Umgang mit den neuen Medien steigt mit jeder digitaler Trainingseinheit.
Vom digitalen Angebot in die kommunale Praxis
In der anschließenden bewegten Pause demonstrierte die ausgebildete Kursleiterin Andrea Altmann ausgewählte Übungen aus dem Kursangebot und gab Einblicke in die praktische Durchführung der Kurseinheiten. Daran anschließend wurden Fragen zur kommunalen Umsetzbarkeit sowie zu möglichen Kooperationsmöglichkeiten mit Städten und Gemeinden diskutiert. Zudem interessierten sich die Teilnehmenden für die zukünftige Ausweitung des Programms. Die Projektverantwortlichen verwiesen in diesem Zusammenhang auf geplante Schulungsangebote für neue Kursleitungen ab 2027 sowie auf die langfristig geplante Bereitstellung, auch der digitalen Projektbestandteile.
Digitale Prävention gemeinsam zukunftsfähig gestalten
In der abschließenden Fragerunde wurde deutlich, dass digitale Präventionsangebote den persönlichen Austausch nicht ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen können. Voraussetzung für ihren langfristigen Erfolg sind niedrigschwellige Zugänge, verständliche technische Unterstützung sowie die enge Zusammenarbeit von Kommunen, Projektträgern und lokalen Akteuren. Das Projekt „Trittsicher in die Zukunft“ verdeutlicht, dass gut begleitete digitale Angebote auf der einen Seite die digitale Teilhabe älterer Menschen stärken und auf der anderen Seite einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung leisten können.
